Monatsrückblick Juni 2026: Wir nehmen uns Zeit – für das, was zählt

Juli, 2026 | Rückblicke, Monatsrückblick

Der Juni 2026 war anders als die Monate zuvor. Dieses Mal tropfte weder ein Abfluss, noch standen Design-Fragen an. Und dann kam Mitte des Monats ein Anruf, der alles andere in den Hintergrund rückte. Mir ging es wirklich an die Substanz.

Schwerpunkt in den Beratungen im Juni 2026

In diesem Monat drehten sich die Beratungen um zwei Themen, die enger zusammenhängen, als es auf den ersten Blick scheint: Haltungsbedingungen optimieren und Katzen zusammenführen. Beides war teilweise eine logische Fortsetzung des vergangenen Monats, in dem es um die Wahl einer geeigneten Katze ging. Aber es gab auch Situationen, in denen zwei Katzen bereits seit geraumer Zeit nebeneinander her lebten, die Beziehung zerstritten und angespannt war, und in denen es darum ging, überhaupt erst eine Koexistenz zu ermöglichen.

Wiederholt erzählten Halter*innen davon, dass ihnen geraten worden war, die neue Katze bzw. die neuen Katzen einfach zusammenzusetzen, die würden sich schon arrangieren. Ein anderer Rat war gewesen, sie sollten die Transportbox mit der neuen Katze ins Wohnzimmer stellen und ihre ansässige Katze beschnuppern lassen. Dass beide Vorgehensweisen puren Stress auslösen, ist spätestens dann nachvollziehbar, sobald man versteht, wie Katzen Situationen verknüpfen und bewerten. Aber diese Ratschläge wurden mir derart häufig erzählt, dass ich hier einen klaren Bedarf an Aufklärung sehe.

Der Juni bestärkte mich daher weiter, dass ich Löcher stopfen will, als stets das Wasser aus einem lecken Schiff zu schöpfen. Aufklärung und Training sind ein wichtiger und wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit.

Wie übersteht man mit Katzen die Hitze?

Der Monat wartete mit ungewöhnlich hohen Temperaturspitzen auf. Obwohl Katzen ursprünglich Wüstentiere sind und Wärme genießen, kann auch ihnen die Hitze zu viel werden. Im Netz kursierten dazu häufiger Artikel und Warnungen, dass Katzen jetzt besonders gefährdet seien und eine Überhitzung zu schnellem Tod führen könne. Es ist leider ein Mythos, dass Katzen Hitze ähnlich regulieren wie Hunde und z.B. zur Abkühlung hecheln. Es reicht auch nicht, die Raumtemperatur kühl zu halten, obwohl das bereits eine Hilfe ist. Aber Katzen schwitzen v. a. an den Pfoten ab. Sie benötigen einen kühlen Untergrund, ohne sich dabei eine Erkältung zu holen. Ich bin dankbar für die Aufklärung und werde ebenfalls etwas dazu schreiben, einfach, damit mehr Möglichkeiten bestehen, dieses Wissen zu finden. Doch wie verbrachten unsere Katzen die Tage?

Mit unseren Katzen gingen wir frühmorgens mit Leine und Geschirr spazieren. Wir wollten sicherstellen, dass sie ihren Auslauf und kognitive Reize bekamen, frische Luft schnuppern konnten und zuverlässig wieder im Haus waren, bevor die Temperaturen stiegen.

Für das Abschwitzen nutzten sie unseren ohnehin recht kühlen Fliesenboden und zusätzlich machten wie ihnen Wassertränken attraktiver, um sie zum Trinken zu animieren. Tabby liebt es, wenn es plätschert. Die Kater spielen lieber mit dem Wasser und verursachen dabei einen kleinen See auf den Fliesen. Wir ließen ihnen den Spielmoment und wischten hinterher auf, denn durch das Herumplanschen kühlten sie sich nebenbei ebenfalls ein bisschen ab. Das Futter blieb auf Raumtemperatur und wurde leicht gewässert. Unser Ziel war es nicht, sie von innen auszukühlen und eine Bronchitis zu riskieren, sondern ihnen zu helfen, abzuschwitzen und den Feuchtigkeitsverlust abzufedern.

Tagsüber mussten sie dennoch beschäftigt werden, was besonders Levi missfiel. Er verstand nicht, warum die Haustür geschlossen blieb und fragte lautstark, ob wir sie nicht öffnen konnten. Angelspiele, Fummelbretter und Intelligenzspielzeug halfen ihm nur mäßig, die Zeit zu überbrücken. Umso größer war seine Freude, als es am Abend wieder mit Leine und Geschirr hinausging.

Wenn das Leben andere Pläne hat

Mitte Juni erhielt ich am späten Nachmittag einen Anruf. Es ginge meiner Schwester sehr schlecht, ob ich sie noch einmal sehen wollte. Das Telefonat war kurz. Die Betreuerin war emotional aufgewühlt und redete sehr schnell. Ich schluckte und atmete tief durch. Ich versuchte, etwas zu verstehen und die relevanten Informationen zu bekommen, aber etwas zu organisieren war an diesem Abend nicht mehr möglich. So verbrachte ich eine nachdenkliche Nacht und betete um alles, was man in solchen Situationen braucht: Weisheit, Geduld, Verständnis und Kraft für uns alle und besonders um Hilfe für meine Schwester.

Den folgenden Tag verbrachte ich am Telefon, bis ich genug in der Hand hatte, um mit meinem Mann alles Weitere zu besprechen. Wir dachten an unsere autistischen Kinder, die noch nie eine so weite Autofahrt erlebt hatten. Wir dachten an unsere Katzen, für die wir kurzfristig jemanden brauchten, der sie zumindest füttert. Und wir merkten wieder einmal, wie schnell sich das Leben manchmal einfach ändert und man selbst nur noch reagieren kann.

Meine Schwester hat Trisomie 21. Sie war für mich nie „krank“ oder kaputt – sie war einfach sie. Eine ganze Person mit eigenen Charakterzügen, Kanten, Wünschen und einer eigenen Vorstellung vom Leben. Sie war grundehrlich und zeigte genau, wenn ihr etwas gefiel oder nicht. Ich akzeptierte das, ohne nachzufragen. Vielleicht waren die Erfahrungen mit ihr der Grundstein dafür, wie ich heute beruflich handle: zuerst sehen, wer jemand ist und dann handeln.

Heute ist vieles selbstverständlicher. Man begegnet Menschen mit Trisomie 21 in der Stadt, in Gruppen, im Alltag und niemand dreht sich groß um. Vor dreißig Jahren sah die Welt noch anders aus. Als wir damals Arm in Arm durch die Stadt gingen, wurden wir beäugt. Blicke voller Ablehnung, Unverständnis, manchmal Ekel und Verachtung. Ich nahm sie dann nur enger zu mir und hob entschlossen das Kinn. Die Leute konnten denken, was sie wollten, aber meine Schwester gehört(e) zu mir.

Im Krankenhaus hatte meine Schwester eine freundliche ältere Bettnachbarin, die das M-Wort nutzte. Ich verstehe, dass viele Menschen hier auf die Barrikaden gehen. Doch diese Bettnachbarin meinte es nicht böse, sie kannte es einfach nicht anders. Ich wies sie ruhig und freundlich darauf hin, dass man heute nicht mehr Mong*lid sagt, dass es ein Schimpfwort sei und auch die entsprechenden Menschen es nicht mochten, so genannt zu werden. Sie fragte, welches Wort heute verwendet würde. Ich erklärte kurz, dass das Einfachste das ist, was Fakt ist: Wir sprechen von Menschen mit Trisomie 21. Das war alles. Es gab kein Drama und auch keine Bloßstellung. Dieser kleine Moment zeigte, dass entscheidend ist, ob jemand bereit ist zu lernen. Und an denen, die etwas weiter sind, liegt es, Geduld zu üben. Veränderungen brauchen Zeit, keine Gewalt.

Wie wir das Catsitting organisierten

Nun mag man ja denken, dass Katzen sich nicht so haben sollen. Was ist schon dabei, wenn jemand anderer den Napf füllt – schließlich sind es keine Hunde, die zum Gassi gehen raus müssten und zudem: Sind Katzen nicht diese einfachen Haustiere, die so nebenbei laufen und keine Arbeit machen? Wie sehr hängen mir diese Worte eines weiteren Mythos in den Ohren. Sie werden ständig wiederholt, in unterschiedlicher Ausführung und gerne begleitet von Blicken, die mehr sprechen als Worte erzählen können.

Tatsächlich ist es so, dass Katzen sehr sensible Lebewesen sind und unterschiedlich stark darauf reagieren, wenn ihr gewohntes Leben plötzlich anders verläuft. In unserem Fall lebt u. a. eine traumatisierte Angstkatze bei uns, was noch einmal einer ganz besonderen Vorsicht bedarf und das Wetter sollte unangenehm werden. Uns blieben zwei Tage, in denen wir die Katzen und die Kinder auf die Veränderung vorbereiten mussten.

Glücklicherweise sprang unsere Nachbarin für die Katzen spontan ein. Wir bereiteten ihr alles vor, schrieben ihr alles auf, so dass sie sich zurecht finden konnte und schauten, dass auch für Futterbeschäftigung gegen Langeweile gesorgt war. Frühmorgens ging ich mit jeder Katze einzeln spazieren, und abends, als wir heimkehrten, versorgte mein Mann die Katzen, dass sie sich noch einmal frei bewegen und austoben konnten. Den Tag über blieben sie im Haus und wurden mehrfach von unserer Nachbarin besucht.

Dass alles zusammenfiel – eine relativ unbekannte Person im Haus, ein ungewohnter Tagesablauf und das stürmische Wetter – war nicht ideal. Aber es hat funktioniert. Und dafür bin ich wirklich dankbar.

Wenn es kommt, dann alles auf einmal

Kurz bevor wir fuhren, stand noch ein Tierarzttermin mit Albert an. Wie das gelaufen ist, habe ich im 12 von 12 im Juni 2026 verbloggt und gehe hier nicht tiefer darauf ein. Den Besuch bei meiner Schwester habe ich dort bewusst weggelassen. Manche Momente sind einfach zu nah, um sie sofort zu teilen. Nur so viel: Wir sind sehr dankbar für unsere Tierärztin und den gemeinsamen Weg in eine stressarme Behandlung. Manche Dinge kosten erst viel Zeit und Nerven, aber langfristig spricht der Erfolg für sich.

Was im Juni 2026 sonst noch los war

Katzenspaziergang – die nächste

Die Katzenspaziergänge wachsen weiter. Die Katzen werden älter und größer, so dass wir für die Kater neue Geschirre brauchten. Lediglich die Frage, ob Rucksack oder Buggy, schiebe ich noch vor mir her. Beides hat seine Vor- und Nachteile und ich muss zunächst in der Praxis sehen, was ich wohl eher benötigen würde. Dazu habe ich unsre Ausflüge genau beobachtet und überlegt, was meine Ziele sind. Aktuell gehen wir mit einem einfachen Rucksack spazieren, der sich als praktisch in unwegsamen Gelände erweist, aber andererseits die Hitze stärker staut, egal wie viele Löcher er hat. Der Platz ist einfach begrenzter als in einem Buggy. Aber dass eine Transportmöglichkeit nötig ist, steht außer Frage. Nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch ganz praktisch: Wenn eine Katze müde ist, legt sie sich hin und bewegt sich kein Stück mehr. Wir tragen ja durchaus gerne unsere Katzen, aber auf Dauer kann das ziemlich anspruchsvoll werden. Mir kommen viele Gedanken zum Thema Katzenspaziergang und so wandert auch dieses Thema auf meinen Ideen-Parkplatz und ich gehe es an, sobald die Entscheidung getroffen und Erfahrungen gesammelt sind.

Fotos über Fotos

Und dann ist mir im Juni noch etwas aufgefallen: Fast alle Fotos, die ich von unseren Katzen in diesem Monat geknipst habe, zeigen sie schlafend. Das erinnert mich an unsere Kinder. In einem bestimmten Alter war es, wenn man ein ruhiges Foto wollte, dass sie entweder am Essen oder am Schlafen waren. Ansonsten war alles in Bewegung und damit zu schnell für die Kamera. Mit unseren Katzen ist das derzeit genauso. Sie sind viel in Bewegung, haben lauter Konfetti im Kopf, großen Appetit und fallen nach ihren Abenteuern in einen tiefen Schlaf. Außer beim Schlafen oder Fressen hat man eine Zeit lang selten andere Motive. Was das über Katzen – und Kinder – sagt? Richtig. Dass sie leben.

Es riecht hier so gut!

Das war im vergangenen Jahr ein fast täglicher Ausspruch, wenn meine Lieben heimkahmen. Frisch gekocht oder gebacken weckt heimelige Gefühle und lässt einem das Wasser im Munde laufen. Ein Gefühl von „Zuhause“ und eine Erinnerung, die ich meinen Kindern sehr gerne mitgeben will. Nach langer Zeit habe ich daher endlich mal wieder einen Kuchen gebacken. Das geht schließlich gar nicht, in meinem Haushalt bekennender Kuchen-Liebhaber, so lange nicht zu backen 😉

Die lang ersehnte Abkühlung kommt – kräftig

Just Ende des Monats erfrischte uns endlich ein zunächst sanfter, dann kräftiger Landregen. Der Boden sog alles auf, wir fingen so viel wie möglich in Regenfässern auf.

Was ich im Juni 2026 veröffentlicht habe

12 von 12 im Juni 2026: Von Diktat, Tierarzt und Kirschen – ein ganz normaler Familientag

Monatsrückblick März 2026: Re-Homing und ein neues Abenteuer in Sicht

Monatsrückblick April 2026: Neue Wege, neues Kribbeln

Monatsrückblick Mai 2026: Bunt und lebendig

Aufruf zur Blogparade: Mein Tier und ich – eine Verbindung, die mein Leben verändert(e)

Ausblick auf den Juli 2026

Im Juli wage ich einen Versuch: Ich hadere sehr mit Meta. Dennoch will ich vier Wochen Instagram und Facebook bewusst testen, um für mich eine endgültige Entscheidung zu treffen, wie ich mit den Plattformen weitermache oder nicht. Parallel dazu probiere ich Pinterest aus und schreibe Kolleg*innen direkt an für die Blogparade, vielleicht auch für Gastbeiträge. Nur weil Meta mächtig ist, heißt es nicht, dass es der einzige Weg ist, sichtbar zu werden. Ich sage ja häufig: Wir haben Zeit. Das bedeutet aber nicht, dass ich meine Zeit vertrödeln will. Es bedeutet, dass ich sie bewusst nutze. Wenn etwas klappt, dann freue ich mich und wenn etwas nicht klappt, lerne ich draus. So einfach ist das.

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Hi, ich bin Mara

Hi, ich bin Mara

Als Katzenverhaltensberaterin & Pädagogin begleite ich Dich dabei, Deine Katze auf Augenhöhe zu verstehen und eine Beziehung zu gestalten, die auf Respekt und Vertrauen beruht.

Mein Augenmerk liegt besonders auf Katzen in Familien mit Kindern – gerade dort, wo der Alltag oft hektisch und herausfordernd ist.

Ich helfe Dir, Missverständnisse aufzulösen und eine echte Verbindung zwischen euch zu gestalten – mit alltagstauglichen Schritten, die sich unkompliziert in Dein Familienleben integrieren lassen. Gemeinsam schaffen wir einen entspannten Alltag mit Nähe, Spiel und Geborgenheit.

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