Eines vorweg: Ich liebe Spiele! Ich bin ein herzlicher, kreativer Mensch, und ich liebe es, mit Kindern die Welt durch ihre Augen zu entdecken. Als Ulrike Wolf in ihrem Aufruf zur Blogparade „3 Spiele, die mich begleiten“ das Limit auf genau drei Spiele gesetzt hat, war das daher für mich eine echte Herausforderung. Kinder und Katzen spielen bei uns eine große Rolle im Familienalltag, weshalb mir die Auswahl so schwer fiel: Welche drei Spiele haben bei uns den tiefsten Eindruck hinterlassen, oder welche finde ich einfach am schönsten?
Was Spiel für mich bedeutet
Für mich ist Spielen nicht einfach ein Zeitvertreib. Es ist die Wirkung, die ein Spiel entfaltet, und die Art, wie eine Geschichte oder ein Gedanke bei uns wirklich ankommt, mit Bewegung, Wiederholung und eigener Erfahrung. Wenn meine Kinder mit ihren Katzen spielen, verstehen sie oft mehr über sie und sich selbst, lernen mehr über Rücksicht, Verantwortung und Empathie, als jedes Gespräch ihnen vermitteln könnte. Deshalb geht es hier um drei Spiele, aus denen bei uns etwas Bleibendes geworden ist.
Findus‘ Pfannkuchentorte
Das erste Spiel ist eigentlich ein Buch, aber bei uns wurde daraus mehr. „Pettersson und Findus“ von Sven Nordqvist hat schon meinen ältesten Sohn als kleinen Katzenfreund völlig in seinen Bann gezogen. Findus hat dreimal im Jahr Geburtstag, und weil Pettersson findet, zum Feiern gehört ein Kuchen, backt er ihm jedes Mal eine Pfannkuchentorte. Also haben mein Ältester und ich damals die berühmte Torte nachgebacken, genau wie im Buch. Diesen Sommer habe ich es mit meinen beiden Jüngeren wiederholt, vegan und mit ein paar eigenen Ideen, aber das Prinzip blieb dasselbe: Wir lesen die Geschichte nicht nur vor, wir erleben sie.
Der Punkt hier ist ganz einfach: Wir erwarten nicht, dass unsere Katzen wie Findus sprechen oder eine Hose tragen. Aber weil die Kinder über das Buch so tief in die Katzenwelt eingetaucht sind, wollten sie auch verstehen, wie ihre eigenen Katzen wirklich reden. Wir konnten dadurch über Körpersprache, verschiedene Laute, Gesten und weitere katzenspezifische oder auch kulturelle Themen reden. Aus einer fiktiven Geschichte wurde echtes Interesse an realen Katzen und ein Türöffner für viele weitere Themen.

Pflege für die Plüschkatze
Das zweite Spiel ist bei uns aus einer tatsächlichen Situation heraus gewachsen. Mein Mann hatte eigene Katzen, die mit uns alt wurden und irgendwann in die palliative Pflege kamen. Wir haben sie versorgt und begleitet, und unsere Kinder haben das natürlich mitbekommen und in ihren Spielen nachgespielt. Ihre Plüschtiere sind ebenfalls alt oder krank geworden, und sie haben sie mit Tasche und Pflegeset versorgt, Tierarztbesuche nachgespielt und ihre Tiere neben der Pflege auch kuscheln und die Welt erkunden lassen.
Fachlich gesprochen üben sie dabei ganz nebenbei etwas, das wir in der Katzenwelt Cooperative Care nennen: Fürsorge, die auf Zustimmung und Vertrauen aufbaut, nicht auf Zwang. Meinen Kindern war das nie bewusst. Sie wollten einfach, dass es ihren Plüschtieren gut geht und dass sie gefragt werden, ob das eine oder andere okay ist. Natürlich lernten sie nebenbei zu verstehen, was, warum und wie ablief, und auch das Thema Verantwortung, Abschied und Trauer wurde in dem Rahmen immer wieder präsent. Aber eben als Teil unseres natürlichen Lebens, nicht plötzlich und aus dem Kontext herausgerissen.
Katzen, die zählen können
Das dritte Spiel ist ebenfalls als Teil aus unserem Alltag heraus entstanden. Als mein Ältester in die Schule kam, konnte er schon rechnen, und irgendwann erzählte ich in einem Nebensatz, dass auch Katzen zählen können. Er machte große Augen und wollte wissen, bis wie viel sie zählen könnten. Ich antwortete, bis vier. Das war der Anstoß. Seitdem bringen wir es unseren Katzen gemeinsam bei, bis vier zu zählen. Das klingt nach einem schwierigen Kunststück, ist im Grundprinzip aber ganz einfach. Ein Ton bedeutet ein Leckerli, zwei Töne bedeuten zwei Leckerli, und so weiter bis vier. Hat eine Katze das verstanden, legen wir ein Blatt mit Punkten von eins bis vier auf einen Teller. Ein Ton erklingt, egal welcher, und die Katze soll den passenden Teller finden. Wenn sie zu dem entsprechenden Teller geht, wissen wir, dass sie das Prinzip des Zählens verstanden hat. Natürlich steckt da noch ein wenig mehr drin, als ich in diesem Abschnitt erzählen kann. Ein eigener Artikel mit Anleitung, wie man seiner Katze das Zählen beibringen kann, wird folgen.
Für unsere Kinder ist dieses Spiel längst mehr als ein Trick geworden. Sie üben geduldig mit, schauen genau hin und sind jedes Mal stolz, wenn ihre Katze den richtigen Teller findet. Am meisten beeindruckt sie dabei, wie viel ihre Katze eigentlich verstehen kann, wenn man ihr die Zeit dafür gibt.
Spiel ist mehr
Die Auswahl ist mir nicht leichtgefallen. Es warten noch viele weitere Spiele für Kinder über und mit Katzen in meinen Notizen, und ich werde ihnen einen eigenen Platz auf diesem Blog geben. Die Spiele für diesen Artikel habe ich gewählt, weil sie eines gemeinsam haben: Aus einer Geschichte, einer Erinnerung oder einem Trick ist bei uns echtes Tun geworden. Was sie am Ende verbindet, geht über das Backen, Pflegen und Üben selbst hinaus. Unsere Kinder haben dabei etwas über ihre Katzen gelernt, und genauso viel über sich selbst: Geduld, Verantwortung, die Freude an der gemeinsamen Zeit und das Gefühl, wirklich helfen zu können.
Für mich persönlich ist das erst der Anfang. Spiel ist für mich längst mehr als eine schöne Kindheitserinnerung, es ist ein zentraler Teil meiner Arbeit geworden, für Kinder genauso wie für Katzen. Wie viel darin steckt, das zeige ich Dir in einem der nächsten Artikel.





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