Monatsrückblick Februar 2026: Wir gewinnen an Fahrt – mit Kämpfen & kleinen Wundern

März, 2026 | Rückblicke, Monatsrückblick

In meinen Notizen für den Monatsrückblick für Februar 2026 sah alles so überschaubar aus. Doch als ich zu schreiben begann, strömten die Worte aus mir heraus. Es war nicht nur viel geschehen. Vielmehr zeigte sich darin, wie empfindsam manche Themen sind. Genauso zeigte es mir auch, dass es immer eine Zeit braucht, um zu reflektieren und einen Punkt zu setzen. Themen müssen abgeschlossen werden, um nach vorne schauen und weitergehen zu können.

Nun sitze ich am Schreibtisch mit den Strahlen der Frühlingssonne im Rücken und schreibe meinen Rückblick. Eine Mischung aus Arbeit und Persönlichem. Dieses Mal überwiegt das Persönliche. Einfach, weil es sich so ergab und das Persönliche in mir arbeitete und raus musste. Ich schreibe meinen Rückblick, um die vergangenen Wochen zu reflektieren, Gedanken zu sortieren und meinen Kurs zu hinterfragen sowie ggf. neu auszurichten.

Wie immer freue ich mich über Deinen Kommentar und einen Link, falls Du selbst einen Rückblick verbloggt hast.

Blogdekade

Im Februar 2026 nahm ich das erste Mal an der Blogdekade unter der Moderation von Franzi Blickle teil. Eine Blogdekade ist ein Zeitraum von 10 Tagen, in denen pro Tag ein Artikel entstehen darf, aber nicht muss. Während jedes Morgens moderiert Franzi das sog. Ideengewitter. Dabei erzählen Teilnehmer*innen in 3 Sätzen von sich und ihrer Anfrage. Die Kürze war Vorgabe, um den kreativen Autopiloten nicht zu behindern.

Die Blogdekade fiel in die Ferien unseres Älteren und so war ich mir sicher, dass ich nicht an allen Tagen dabei sein würde. Aber einige Tage wollte ich mitmachen: um Ideen für neue Blogartikel zu sammeln, Ideen für andere Artikel beizusteuern und eigene Artikel zu schreiben. Mein Ziel war es, mindestens 3 Artikel zu schreiben und den Rest auf mich wirken zu lassen. Entstanden sind 2 bzw. 3 Artikel, wobei der dritte erst am Sonntag nach der Challenge online ging.

An Ideen mangelt es mir freilich nicht. In meinem Ordner warten derzeit etwas über 100 Entwürfe. Die Ideen aus der Challenge habe ich noch nicht gezählt.

Diese Artikel habe ich während der Blogdekade geschrieben:

Meine Katze schläft im Kinderbett – ist das in Ordnung?

Enzymreiniger bei Katzenurin: Wirkung, Anwendung & Grenzen

12 von 12 im Februar 2026: Blogdekade, Katzen & Kinder

P.S.: Ja, ich neige dazu, umfangreich zu schreiben. Die Fachartikel haben eine Länge von ca. 4.800 bzw. 5.700 Worten, dagegen fiel der 12 von 12 mit etwas über 800 Worten vergleichsweise klein aus. Auch, weil ich meine Neigung zur Ausführlichkeit kenne, wusste ich, dass mehr als 3 Artikel in 10 Tagen zu schreiben für mich eher unrealistisch sind.

Dauergast bei unserer Tierärztin

Paul

Ende Januar ging es los mit unseren beiden ersten Päppelbabys Albert und Levi, im Februar waren die anderen beiden dran: Mit nun 5 Monaten sind alle Babys kastriert.

Anfang Februar fuhren wir mit Paul zu unserer Tierärztin. Für ihn war die Fahrt ohne seine Geschwister ungewohnt. Bei den vorigen Übungsbesuchen, den sog. Happy Visits, zeigte er sich unsicher. Wir waren gespannt, wie er den Ernstfall verkraften würde. Paulchen reagierte sensibel, aber gut, erkundete den Raum, schnupperte an der Tierärztin und ihrer Helferin. Insgesamt blieb sein Erregungslevel gemäßigt. Auch die Narkose verlief friedlich. Wir hielten ihn bis zum Einschlafen und begleiteten ihn auch beim Aufwachen. Im Aufwachraum konnte ich die Fragen meiner Jungs beantworten, Paul beobachten, während er auf der Wärmematte die Narkose ausschlief und schließlich wieder auf allen Pfötchen stand.

Wieder daheim blieb Paul bis zum nächsten Morgen von den anderen Katzen separiert. Die waren natürlich neugierig und bekamen die Transportbox zum Riechen. Die Zusammenführung nach einem TA-Besuch und gerade einer OP begleiten wir sehr sorgsam, um Schreckmomente und damit Fehlverknüpfungen zu vermeiden und auch, um zu sehen, wie wer reagiert. Gerade, weil Levi mit seiner Kastration etwas intensivere Erinnerungen an die Gerüche vom TA verbindet, schauten wir bei ihm genauer hin.

Ein schwarz-weißer Jungkater liegt nach einer Kastration auf einer Wärmematte. Er ist mit einem roten Handtuch bedeckt und schläft die Narkose aus.
Paul im Aufwachraum

Levi

Ein paar Tage nach Pauls Kastration stand der Termin für Levi zum Fäden ziehen an. Albert wollte partout nicht die Box verlassen und so fuhr er mit. Man konnte die Erleichterung bei Levi spüren, als der Body endlich ausgezogen wurde. Da war kein Halten mehr und die beiden tobten durch den Praxisraum.

Tabby

Mitte Februar wurde Tabby kastriert. Sie verstoffwechselte die Narkose nicht so gut wie die Kater und verhielt sich trotz ihrer aufgeweckten Neugier und Abenteuerlust dem Setting und Procedere etwas argwöhnisch gegenüber. Sie brauchte viel Zeit, um selbstständig die Box zu verlassen und fiel nur schwer in Schlaf. Auch das Aufwachen war schwierig für sie: Sie zitterte und knirschte mit den Zähnen. Für die Narkose zog sie sich in ihre Box zurück, da konnte ich ihr wenig beistehen. Beim Aufwachen nahm ich ihr Köpfchen in meine Hände und wendete TTouches an, die ihr helfen sollten, einerseits den Stress abzubauen, andererseits sich zu beruhigen. Nach wenigen Minuten verschwand das Zähneknirschen und sie döste in meinen Händen. Als sie wieder zu sich kam, war sie deutlich fitter und irgendwann konnten wir den Heimweg antreten.

Daheim wurde Tabby mehrere Tage von den anderen Katzen separiert und blieb unter steter Beobachtung. Sie wollte zwar direkt wieder turnen, doch ihr Body verhinderte dies. Es gefiel ihr gar nicht, aber mit einer Bauch-OP ist nicht zu spaßen und ihre Reaktionen bereiteten mir Sorgen. Die Nächte verbrachte unser zartes Mädchen auf mir. Sie schlief auf meinem Brustkorb, rutschte irgendwann Richtung Hals und Schulter, schob sie auf meine Arme und zurück auf den Brustkorb. Anfangs noch mit deutlich weniger Bewegung, doch je fitter sie wurde, desto größer wurde ihr Aktionsradius. Für mich bedeutete das, dass ich wenig, wirklich sehr wenig Schlaf erhielt. Eine Hand ruhte auf ihr, um ihre Atmung zu spüren, die andere stützte sie, dass sie nicht wegrutschte bzw. dirigierte ihre Bewegungen ein wenig, ohne zu sehr einzugreifen. Meine Konzentration war in Bereitschaft und gleichzeitig atmete ich bewusst, um ihr durch meine Atmosphäre Ruhe und Zuversicht zu vermitteln. Die Kastration fand an einem Freitag statt. Für das Wochenende war nichts geplant, so dass mein Mann und ich uns mit Tabby, den anderen Katzen und unseren Jungen abwechseln konnten.

Die Zusammenführung mit Tabby und den Katern zeigte uns, dass Levi seine Body-Erfahrung negativ in Erinnerung hatte. Er fauchte sie über mehrere Stunden an. Trennen, ablenken, ruhiges erneutes Zusammenführen waren unsere Mittel der Wahl. Mittlerweile macht Levi der Body nichts mehr aus. Albert und Paul hingegen begrüßten Tabby etwas stürmisch und lagen schnell wieder in trauter Einigkeit beisammen. Tabby, die trotz ihrer eingeschränkten Bewegung überall dabei sein wollte, genoss den Ausblick aus einem Tragerucksack und initiierte damit das Rucksack-Training. Zu dem komme ich gleich noch einmal.

Eine Woche nach der Kastration begleitete Albert seine Schwester zum Fäden ziehen und erwies sich einmal mehr als kleiner Charmeur mit Hang zum Humor. Mit seinem süßen Maunzen und den tiefgründigen Kulleraugen versprühte er passend zur Frühlingssonne einfach nur gute Laune. Seine fröhlich-sanfte Neugier trieb ihn in so manche Ecke, was für Lachen sorgte.

Tabby brauchte einen Moment, bis sie aufgetaut war. Sie schaute sich im Behandlungsraum um und suchte immer wieder die Sicherheit in ihrer Tasche. Als es Zeit fürs Fäden Ziehen war, kam sie aber auf Bitten heraus. Die Fäden wurden stressarm und ruhig entfernt und anschließend konnte Tabby sich wieder frei bewegen und erhielt noch einige Momente, um positive Erfahrungen inkl. Leckerlis zu sammeln. Danach ging es wieder heimwärts. Auch dieses Mal separierten wir Tabby und Albert für einige Stunden von den anderen, bis sie die Gerüche von der Fahrt und dem TA-Besuch ausgedünstet hatten und wieder nach „Zuhause“ rochen. Die Zusammenführung machten wir zu einem schönen Erlebnis, in dem wir Snackballs verteilten und anschließend ein paar Lieblingsspielzeuge anboten. Alles in allem waren die beiden ohne groß Aufhebens ins Rudel re-integriert.

Monty

Arztbesuche sind bei uns überwiegend positiv belegt. Zu unserer Zahnärztin z.B. unternehmen wir „Ausflüge“. Und unsere Kinder fragten sogar danach, ob wir nicht häufiger zu ihr fahren könnten. Welche Eltern freuten sich nicht über solche Wünsche?!

Jedenfalls brachte eines Tages Monty einen Abszess mit. Ich bin sehr dankbar, dass unserer berüchtigter Streuner bei uns fromm ist wie ein Lamm. Ich konnte mir seine Lefzen anschauen und stellte einen tiefgehenden Biss fest. Das ist nichts mehr, was ich zuhause selbst behandeln könnte. Wir fuhren kurzfristig in die Praxis, was Monty zunächst nicht gefiel. Aber angekommen zeigte auch er sich von seiner entspannten Seite. Ich staune immer wieder, wie dieser Kater, vor dem sich so viele fürchteten, mit respektvollem Handling so umgänglich ist! Ihn konnte ich bisher kaum ins Training nehmen. Wir haben uns darauf konzentriert, ihn an Berührungen und eingeschränktem Bewegungsradius zu gewöhnen. Aber Monty überrascht mit seiner entspannten Höflichkeit, dass sich fast jede Katze einiges von ihm abschauen kann!

Die Autofahrt selbst mochte er leider gar nicht. Da der Besuch nicht geplant war und ich durch die Päppel-Situation und der frostigen Temperaturen mit ihm den Winter über kein Auto fahren geübt hatte, zeigte sich sein Stress deutlich im Maunzen und Pieseln. Leider haben heutige Transportboxen in der unteren Schale sog. Belüftungslöcher – und dadurch tropfte eine ordentliche Menge Urin auf meinen Autositz. Ausnahmsweise hatte ich nicht an Unterlagen für den Sitz gedacht. Es sollte aber nicht umsonst gewesen sein: Dieses Jahr habe ich bisher vorrangig mit Unsauberkeitsfällen zu tun. Auf meinem Blog sind bereits ein paar Artikel zum Thema Unsauberkeit bei Katzen, was es bei Enzymreinigern bei Katzenurin zu beachten gibt und dass Enzymreiniger in der Katzenhaltung unverzichtbar sind, entstanden, aber das Thema ist so umfangreich, dass ich in weiteren Artikeln verschiedene Zusammenhänge, Hintergründe und mögliche Lösungswege betrachten werde.

Unsauberkeit ist eines der größten Themen bei Katzen, wird lange unterschätzt und ist leider ein häufiger Abgabegrund. Dabei lässt sich die individuelle Situation meist sehr gut beheben, wenn man sich rechtzeitig Informationen und/ oder Hilfe sucht. Für die nötigen Informationen will ich auf meinem Blog sorgen und für Deine individuelle Unterstützung bin ich gerne in meiner Verhaltensberatung für Dich und Deine Lieben da.

Neues im Training

Die Babys werden mobil(er)

Seit unsere Babys 8 Wochen alt sind, erhalten sie u. a. ein Geschirrtraining. Vielleicht will eine/ einer von ihnen eine Abenteurer-Katze werden? Neben dem Geschirr sollten sie auch Leine und einen Rückzugsort kennenlernen. Wir konnten uns nur nicht entscheiden zwischen Buggy und Rucksack. Zum Testen hatte ich einen einfachen, weichen Plüsch-Rucksack bei Z**pl*s bestellt. Anfangs war er viel zu groß, jetzt wiegen unsere Babys 3 kg und passen gut hinein. Der Rucksack gefällt ihnen so gut, dass sie uns teilweise fragen, ob sie dort ein Schläfchen halten oder den Ausblick genießen könnten.

Die neue Herausforderung besteht nun darin, dass sie den Platz auch auf dem Rücken noch toll finden, denn bisher trugen wir sie auf dem Bauch… Ein Rucksack an sich ist entsprechend schon positiv bestückt – aber er würde nur kurzfristig und nur für 1 Katze auf einmal einsatzfähig sein. Vielleicht kombinieren wir Rucksack und Buggy? Das wäre eine völlig neue Erfahrung für uns. Meinen ältesten Sohn schob und trug ich, meine jüngsten Beiden habe ich nur getragen. Katzen im Wagen sind hier auf dem Dorf bestimmt eine Sehenswürdigkeit und würden für Gesprächsstoff sorgen. Wobei- wenn die Bäuerin mit ihrer Kuh spazieren geht, dann können wir das doch auch mit unseren Katzen und Buggy, oder? Ich ärgere mich manchmal, dass ich so selten eine Kamera griffbereit habe, der Anblick war echt Gold wert!

Die Großen werden dünn(er)

Auch die Großen müssen ihre übliche Frühjahrs-Prozedur über sich ergehen lasen. Ihr dichtes Unterfell verliert langsam an Substanz und die losen Haare bürsten wir täglich aus. Trotzdem sind bei Erbse ein paar Stellen verfilzt, die wir langsam und sorgsam herausarbeiten: Verfilzungen auseinanderzupfen, stetig kämmen und in Notfall muss die Schere her. Möhrchen und Müsli-Maus sind da etwas entspannter. Möhrchens Fell ist seidiger mit weniger Unterwolle und Müsli-Maus wird beständig ausgedünnt, da ihre Wolle sonst gar nicht zu bändigen wäre. Als ich sie kennenlernte, wirkte sie wie eine riesige Katze, ähnlich der Norweger, dabei ist sie eher ein kleines Bärchen. Selbst die 5 Monate alten Päppelbabys sind schon so groß wie sie, wenn auch etwas schlanker.

Vermittlung und Abschiedsgedanken

Mit wechselhaften Gefühlen befinde ich mich derzeit im Vermittlungsprozess und ich war lange am Überlegen, ob ich diesen Punkt mit in den Rückblick nehme. Es ist ein Thema, das viele Emotionen berührt. Aber gerade darum will ich es ansprechen.

Wir versorgen derzeit 8 Katzen. Sie alle kamen aus unterschiedlichen Not-Situationen zu uns. Über viele Monate haben wir versucht, jedem Tier gerecht zu werden. Doch wir sehen, dass wir auf Dauer weder den Katzen, noch unseren Kindern, unserem Haus & Hof oder uns selbst gerecht werden können. Vor dem Hintergrund ist eine Vermittlung zwar nachvollziehbar, doch schwieriger wird es, wenn es darum geht, welche Katzen vermittelt werden sollen.

Das Thema begleitet uns schon lange. In meinem Jahresrückblick 2025 hatte ich bereits darüber geschrieben, dass die Vergesellschaftung mit Monty und den „Mädels“ anfangs sehr gut verlief, am Ende aber doch gescheitert war. Monty ist ein Kater mit Geschichte und sein Verhalten ist in Bezug auf andere Katzen nicht konstant vorhersehbar. Meist ignoriert er sie, aber irgendwann triggert ihn etwas und er geht auf die anderen bzw. auf Erbse los. Mit den Babys zeigte er sich bislang erstaunlich tolerant. Er teilt das Futter auf seinem Teller, lässt es sich sogar ganz nehmen und sucht einen anderen Platz auf. Nur, wenn die Kleinen allzu übermütig werden und seinen Schwanz anvisieren, dann faucht er sie zurecht.

Mit unserer Angstkatze hadere ich besonders: Über die vergangenen 3 Jahre durfte ich ihre Entwicklung begleiten. Ich erlebte, wie sie durch respektvolles Handling und sorgfältiges Training aufblühte. Beim Spielen wirkt sie entspannt und frei von alten Erinnerungen. Ihre Gesichtszüge sind dann entspannt, weich und friedlich wie bei Kitten. Ich sehe den Unterschied, wenn ich weniger oder keine Zeit für sie hatte, wie z.B. in der intensiven Päppelphase. Dann zog sie sich in ihre innere Welt zurück und schaute mich mit einem Blick an, bei dem mir schwer ums Herz wurde. Wenn ich wieder mehr für sie da war, war sie wie ausgewechselt. Sie war offener, entspannter, ihr Gang war leichter und sie kam hier im Rudel besser zurecht.

Obwohl ich jeder Katze, die in mein Leben tritt, verspreche, mein Bestes für sie zu geben, fühle ich mich ihr mehr als zuvor verpflichtet. Ein Zuhause für sie zu finden bedeutet für mich deshalb nicht, ihr einfach einen Platz zu vermitteln. Es bedeutet, Menschen zu finden, die bereit sind, konsequent und langfristig mit ihr zu arbeiten. Diese Katze ist keine „fertige“ Kuschelkatze. Sie braucht Struktur, Geduld, Training und echtes Commitment. Das ist anspruchsvoll.

Die bisherigen Interessenten passten einfach nicht zu ihren Bedürfnissen… Sie waren angetan von ihrem Äußeren. Doch das suche ich nicht. Ich suche ein Zuhause, das ihr Wesen versteht.

Während wir abwägen, öffnet sie sich auf eine neue Weise. Sie sucht Nähe und ist wieder präsenter im Alltag. Das sind Momente, die mir zeigen, dass sie sich weiterentwickelt. Doch ich weiß, dass Bindung alleine nicht das Entscheidungskriterium sein darf. Entscheidender ist, ob und unter welchen Bedingungen eine Situation langfristig tragfähig wird.

Spätestens seitdem die Babys da sind, spüren wir als Familie einen Wunsch nach Ruhe: Ein stabiles Rudel, das harmoniert und bei dem wir nicht mehr kontinuierlich auf „Hab-Acht“-Stellung sein müssen; Persönlichkeiten, die stabil sind und uns Kraft lassen, für unsere eigenen Lebensumstände. Ich verstehe diesen Wunsch sehr gut. Doch aus fachlicher Sicht muss ich sagen, dass das eine unrealistische Erwartung ist. Es gibt keine zwei Katzen, die so ähnlich sind, dass eine völlige Harmonie entsteht und man sich nie sorgen bräuchte, ob es nicht doch irgendwann mal knallt. Das kann selbst dem besten Dreamteam passieren. Katzen lernen und verknüpfen Situationen anders als wir Menschen. Sie reagieren sensibler auf Veränderungen, Ressourcen und Dynamiken. Katzenhaltung ist anspruchsvoll, auch wenn es sich um ein „Dreamteam“ handelt.

Deshalb ist eine wohlüberlegte Vermittlung für mich kein Scheitern. Sie ist ein verantwortungsvoller Schritt, wenn die Rahmenbedingungen nicht mehr stimmig sind.

Schließlich suchen wir auch für unsere Norweger-Mädels ein Zuhause, das ihrem sanften Wesen besser entspricht. Das Leben hier auf dem Hof und im Dorf ist mitunter rau. Ich wünsche mir für sie einen Ort, an dem ihre Leichtigkeit bewahrt bleibt.

Ich teile diese vielen Worte, weil Re-Homing häufig mit Schuld und Scham belegt ist. Dabei bedeutet eine durchdachte Vermittlung nicht, dass man seine Katze „loswerden“ möchte. Sie bedeutet die Bedürfnisse der ganzen Familie ehrlich zu betrachten und ggf. die Situation neu zu ordnen.

Wenn Du vor einer ähnlichen Situation standest, aktuell oder eines Tages stehst: Du bist nicht allein. Ich verstehe Dich. Und eine Entscheidung aus Verantwortung ist keine Niederlage.

Dieses Thema verdient mehr Raum, als ein Monatsrückblick bieten kann. Deshalb werde ich einen eigenen Artikel dazu schreiben: über Verantwortung, emotionale Ambivalenz und darüber, wie man eine Entscheidung trifft, die nicht leicht, aber manchmal notwendig ist.

Was im Februar 2026 sonst noch los war

Munter werden

Der Frühling wirft bereits seine Schatten voraus: Die Tage werden länger, die Sonne wärmt und ihr Licht wirkt anders. Die ersten Winterlinge schimmern durch das Laub hindurch und auch die Krokusse strecken ihre Köpfe empor. Bereits Anfang des Monats – oder schon im Januar? – hat sich der Gesang der Vögel verändert. Jedes Jahr aufs Neue warten wir gespannt darauf, dass ihr Gezwitscher uns die nahende Wärme ankündigt. Wir halten Ausschau nach den Zugvögeln. Diesen Februar fehlte von der Feldlerche noch jede Spur, was uns wundert, da sie eine der ersten Rückkehrer ist. Dafür sehen wir andere, uns unbekannte Vogelschwärme. Ihr buntes Treiben spornt uns an, die müden Glieder zu bewegen und Haus & Hof vorzubereiten. Im Februar starteten wir einen ersten Garteneinsatz, bei dem wir einfach nur aufräumten. Die weiteren Planungen für den Garten in diesem Jahr bleiben überschaubar. Wir wollen halten und ertüchtigen, denn im Fokus stehen die Katzen und die letzten Monate für unseren Jüngsten, der im Spätsommer eingeschult wird.

Drei kleine Kater spielen in einem E-Herd: Ein grau getigerter sitzt links, rechts sitzt ein schwarz-weißer Kater und ein rot getigerter Kater sitzt vorne auf der Glastür.
Nichts als Unsinn im Kopf- ich nenne sie auch liebevoll „Konfetti-Katzen“

Ein Kater mit besonderer Vorliebe

FunFact: Meine Mähne ist auch nicht zu bändigen und erfuhr im Februar ebenfalls einen „Rückschnitt“- macht den Katzen gar nichts. Sie turnen immer noch drin rum und nun verstehe ich, was das Ziel ihrer Aufmerksamkeit ist: Es sind meine Haargummis. Und wie sind die Babys süß, wenn sie um ihr neues Lieblingsspielzeug bitten. Besonders Albert maunzt Herz erweichend und protestiert und jammert, wenn seine Geschwister ihm das Gummiband abluchsen. Jetzt teile ich mit unseren Jungs meine Gummistiefel und mit den Katzen meine Haargummis.

Spaziergang auf dem See

Der Frost hielt ungewöhnlich lange an und wir nutzten die Gelegenheit, auf unserem See spazieren zu gehen. Die Kinder fanden es mächtig spannend und fragten täglich nach dem Ausflug. Mit steigenden Temperaturen besuchten wir dann eher die Pfützen um den See herum. Ich bin nicht so der Wasser-Typ und fühlte mich etwas unbehaglich ohne festen Boden unter den Füßen. Also so echten festen Boden, nicht einfach Eis. Mein Nervensystem meldete die ganze Zeit „unbekannt = Gefahr“. Gleichzeitig wusste ich, dass das physikalisch Unsinn war und wollte den Kindern nicht meine Ängste übertragen- ich atmete tief gegen meine Gefühle an und wir wiederholten sogar die Ausflüge.

Im Nachhinein stellte ich fest, dass diese Spaziergänge meine ersten Ausflüge auf einem gefrorenen See waren- wieder etwas, was ich das erste Mal in meinem Leben getan habe. Und hey – ich lebe noch 😀 Aber Wasser und ich werden trotzdem keine Freunde XD

Wir erweitern unseren Wortschatz

Im Februar zog ein neues Wort in unsere Familie ein. Etwas, wovor mir grauste und von dem ich gehofft hatte, dass wir drum herum kommen würden. Aber so ist es nun mal: Sprache ist lebendig und entwickelt sich im Austausch mit anderen. Die Einflüsse können von überall herkommen und auch wir Erwachsene sind nicht davor gefeit. Neben dem Sch*, dass sie in der Nachbarschaft aufgeschnappt haben, dem „Junge, Junge“, das durch eine Geschichte hier freudig wiederholt wird, haben sie das berühmte „Cool“ für sich entdeckt. Ausgerechnet durch einen Französisch-Sprachkurs… Wenn’s mehr nicht ist. Dann sind wir eben kühl. Passt ja einigermaßen zum Februar-Wetter.

Was ich im Februar 2026 veröffentlicht habe

Enzymreiniger bei Katzenurin: Wirkung, Anwendung & Grenzen

12 von 12 im Februar 2026: Blogdekade, Katzen & Kinder

Meine Katze schläft im Kinderbett – ist das in Ordnung?

Warum Enzymreiniger in der Katzenhaltung unverzichtbar sind

Monatsrückblick Januar 2026: Aufbruchsstimmung und Vorfreude

Falls Dich das Thema betrifft oder interessiert, verlinke ich Dir hier noch einmal meinen Artikel zum Thema Unsauberkeit bei Katzen:

Unsauberkeit bei Katzen: Der komplette Leitfaden zu Urin- & Kotproblemen (Ursachen, Diagnostik, Lösungen).

Ausblick auf den März 2026

Der März steht im Zeichen der Vermittlung der Katzen und dem weiteren Training. Außerdem sind einige Garteneinsätze geplant und ich justiere einige Blogartikel nach. Aktuell stehe ich bei über 40 Blogartikeln, von denen einige fast fertig sind und nur auf den letzten Schliff warten. Die werde ich ebenfalls Korrektur lesen und dann dürfen sie das „Licht der Blogosphäre“ erblicken. Ich bin überrascht, wie viel Spaß mir das Bloggen macht. Es ist wirklich eine tolle Möglichkeit, um meine Gedanken zu sortieren oder Struktur und Fokus in Themenfelder zu bringen.

Ich freue mich, wenn Du etwas aus meinem Rückblick für Dich mitnehmen konntest. Vielleicht hinterlässt Du mir einen Kommentar und, falls Du einen Rückblick geschrieben hast, gerne Deinen Link dazu.

Weitere Beiträge

Hi, ich bin Mara

Hi, ich bin Mara

Als Katzenverhaltensberaterin & Pädagogin begleite ich Dich dabei, Deine Katze auf Augenhöhe zu verstehen und eine Beziehung zu gestalten, die auf Respekt und Vertrauen beruht.

Mein Augenmerk liegt besonders auf Katzen in Familien mit Kindern – gerade dort, wo der Alltag oft hektisch und herausfordernd ist.

Ich helfe Dir, Missverständnisse aufzulösen und eine echte Verbindung zwischen euch zu gestalten – mit alltagstauglichen Schritten, die sich unkompliziert in Dein Familienleben integrieren lassen. Gemeinsam schaffen wir einen entspannten Alltag mit Nähe, Spiel und Geborgenheit.

Kommentare zum Beitrag

0 Kommentare

Trackbacks/Pingbacks

  1. KW09/2026: Alle TCS-Blogartikel - The Content Society - […] Monatsrückblick Februar 2026: Wir gewinnen an Fahrt – mit Kämpfen & kleinen Wundern […]

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert