Ende August dachte ich noch, der September würde eher leise verlaufen. Als ich mich an diesen Monatsrückblick setzte und meine Notizen durchging, habe ich gemerkt, wie viel sich in diesem Monat sortiert hat. Ich habe eine Weiterbildung abgeschlossen, meine Startseite entschlackt und mein 0€-Booklet überarbeitet. Ich habe mich getraut, mich öffentlich „Expertin für Katze & Kind“ zu nennen. Unser Streuner Monty darf nachts im Haus bleiben – juhu!
Ich durfte diesen Monat lernen, dass ein „leiser“ Monat ganz schön geschäftig sein kann. Bei mir spielte sich viel im Hintergrund ab. Und der Gedanke, dass ich Löcher stopfen will, statt nur Wasser zu schöpfen, nimmt Gestalt an.
Schwerpunkte in Beratung und Training
Ich traue mich: Expertin für Katze & Kind
Mitte September habe ich meine Startseite überarbeitet und kräftig ausgemistet. Vieles, was dort stand, war richtig. Aber ich wollte es noch klarer und stärker auf den Punkt bringen. Jetzt steht dort ein Satz, der mich einiges an Mut gekostet hat: Deine Expertin für Katze & Kind. Ich habe so lange gezögert, mich so zu nennen. Dass ich es jetzt tue, verdanke ich Judith Peters und meinen lieben Blogger-Kolleg*innen in The Content Society (TCS). Danke, ihr alle, für euren A*tritt!
Expertin für Katze & Kind zu sein, heißt für mich: Ich begleite Familien mit Kindern, deren Katze ängstlich ist, unsauber wird, sich zurückzieht oder in Konflikte gerät. Einen besonderen Schwerpunkt lege ich zusätzlich auf die Beziehung zwischen Katze und Kind. Ich kenne im D-A-CH-Raum niemanden sonst, der sich auf Katzen in Familien mit Kindern spezialisiert und dabei zusätzlich die Katze-Kind-Beziehung in den Blick nimmt.
Was soll ich sagen: Ich liebe diese einzigartige Beziehung, die sich zwischen und mit ihnen entwickeln kann. Beide sind so neugierig, sensibel, schutzbedürftig, voller Tatendrang und Flausen im Kopf – so voller Leben. Ich lieb’s einfach.
Weiterbildung beendet und Beta-Kurs in Sicht
Im September habe ich meine Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen. Ich nehme viele neue Ideen für Pattern Games und ihre Anwendung mit. Und ich habe tolle Kolleg*innen aus der ganzen Welt kennengelernt, mit denen der Austausch richtig Freude gemacht hat. Seitdem kribbelt es noch mehr in meinen Fingern. Ich stopfe lieber Löcher. Wenn ein Boot ein Leck hat, bringt es wenig, nur das Wasser herauszuschöpfen, denn es läuft immer wieder nach. Erst wenn das Loch dicht ist, kannst Du das Wasser, das schon drin ist, wirklich loswerden.
So sehe ich auch meine Arbeit. Bisher komme ich meistens ins Spiel, wenn eine Katze schon Angst hat, unsauber geworden ist oder es zu Kratzern oder Bissen gekommen ist. Diese Begleitung ist wichtig, und ich mache sie weiterhin gerne. Doch ich möchte früher ansetzen: vorbeugen und Familien stärken, bevor das Boot vollläuft. Wenn Du meine früheren Rückblicke mitverfolgst, wird Dir dieser Gedanke schon häufiger begegnet sein.
Deshalb schreitet meine Kursentwicklung voran, und demnächst starte ich in eine kostenfreie Beta-Runde. Im Mittelpunkt stehen unsichere und ängstliche Katzen in Familien mit Kindern. Es geht um Unsicherheit und Angst, typische Stolperfallen im Familienalltag, um die Psycho-Logik Deiner Katze und darum, was Du tun kannst, wenn es hakt. Ich stelle die Pattern Games vor, die für mich der einfachste Einstieg ins Katzentraining und gleichzeitig so effektiv sind. Für die Beta-Runde spitze ich das Thema auf unsichere Katzen zu. Sie werden häufig übersehen, und vielen ist nicht bewusst, dass Angst kein Normalzustand für eine Katze ist. Eine Katze, die mit dem Familienalltag überfordert ist, zieht sich zurück oder geht irgendwann nach vorne: Sie kratzt oder beißt.
Freebie überarbeitet, Social Media auf Sparflamme
Mein Freebie „Katze liebt Kind“ habe ich überarbeitet und um einige Seiten ergänzt. Es ist luftiger geworden und einige Grafiken und Spickzettel haben Einzug gehalten. Den Anstoß dazu gab mir Karina Röpcke mit ihrem ehrlichen Feedback. Danke, liebe Karina! Design ist nicht so meins, das gebe ich offen zu. Umso mehr hoffe ich, dass ich das Freebie aufwerten konnte.
Dagegen habe ich Social Media im September nur nebenbei bespielt und ich muss zugeben: Das tat mir gut. Meine Zeit brauchte ich für andere Dinge, und dort war sie gut aufgehoben. Ich beobachte auch, wie unterschiedlich Kolleg*innen mit Social Media umgehen: Manche steigen aus, andere versuchen dort weiter ihr Glück. Ich bin seit langem im Zwiespalt. Metas Praktiken passen so gar nicht zu meinen Werten. Und die Frage, ob ich auf Insta bleiben will oder nicht, habe ich bis heute nicht endgültig geklärt. Vermutlich ist das Thema jetzt noch nicht dran. Aber ich weiß: Die Antwort wird kommen. Für mich passt derzeit ein ruhiger Mittelweg.
Über 60 Blogartikel und ein Blogparaden-Nachklang
Mein Blog zählt inzwischen über 60 Artikel, eine Mischung aus persönlichen und fachlichen Texten. Der Weiterbildung wegen schreibe ich aktuell etwas weniger als in den Monaten zuvor. Dafür nehme ich mir mehr Zeit für das, was ich schreibe. Die 12von12 und Monatsrückblicke sind meine festen Formate. Sie geben mir zeitliche Orientierung und helfen mir zu sehen, dass ich nicht untätig bin. Wie schön, dass ich schreiben kann, so oft, viel und lange ich will. Ich habe so viele Ideen und jeder Artikel führt zu noch mehr Klarheit darüber, wohin meine Arbeit gehen soll.
Bloggen führt auch zu tollen neuen Kontakten: Im Sommer habe ich für Karinas Blogparade zu Kindheitserinnerungen Findus’ Pfannkuchentorte nachgebacken und verbloggt. Jetzt hat Karina ihre Blogparade zusammengefasst: Kindheitserinnerungen: Es geht nie nur um die Erinnerung. Ich bin ganz gerührt, wie viel Aufmerksamkeit und Wertschätzung Karina in ihre Zusammenfassung gesteckt hat. Es sind ganz unterschiedliche Beiträge zusammengekommen, ein richtiges Potpourri. Das finde ich spannend: Jede Autorin hat eine eigene Sicht, und alle sind richtig. Ein Satz von Karina ist mir besonders hängen geblieben:
Wir können unsere Kindheit nicht zurückholen. Aber wir können entdecken, was von ihr noch in uns steckt.
Karina Röpcke
Das ist ein wunderschöner Satz, der ihre Blogparade gut auf den Punkt bringt.
Schwerpunkte in Familie und Alltag
Lovis, Monty und eine ruhige Nacht
Unsere Lovis hat wieder enorm von den Pattern Games profitiert. Jahrelang hatte sie kaum jemand zu Gesicht bekommen, und heute dürfen wir sie dabei begleiten, wie sie aufblüht und leuchtet wie ein kleiner Stern. Mit der Weiterbildung begann ich, die Pattern Games noch intensiver einzusetzen, dieses Mal, um Lovis zu helfen, Monty doch etwas besser zu akzeptieren. Et voilà: Seit einigen Tagen kann Monty auch nachts im Haus bleiben, ohne dass ich mir Sorgen machen muss, ob er und Lovis aneinandergeraten.


Beim Schreiben merke ich, dass ich die Zusammenführungs-Geschichte in einem eigenen Artikel geordnet aufschreiben will. Ich möchte erklären, warum systematische Zusammenführungen bei Katzen mit unterschiedlicher Geschichte für mich Pflicht sind. Da Zusammenführungen insgesamt ein großes Thema sind, wird daraus vermutlich mehr als ein Artikel entstehen. Und dafür habe ich im September auch schon eine wunderbare Kollegin gefunden, die mir und meinen Leser*innen mit ihrer Erfahrung und Expertise zur Seite stehen will.
Vorurteile, Löwinnen und gute Tierärztinnen
Meinen zweiten Sohn begleitete ich auf einen Schulausflug in ein Agrarmuseum. Wir haben interessante Dinge gesehen und spannende Geschichten gehört. Und ich bin wieder einmal über Vorurteile gestolpert. Pauschale Urteile helfen nicht weiter, und meistens liegt man damit auch daneben.
In meiner Arbeit mit Katzen begegnen mir Vorurteile ständig. „Es ist doch nur eine Katze.“ „Katzen werden nicht krank.“ „Die regeln das unter sich.“ „Die kommt schon irgendwie damit klar.“ Jeder dieser Sätze klingt harmlos. Für Deine Katze bedeutet das aber, dass niemand genauer hinsieht und sich um ihr Wohl verantwortungsbewusst kümmert. Katzen verbergen Unwohlsein und Schmerzen sehr lange, und ein Konflikt, den sie „unter sich regeln“, belastet nicht nur still weiter, sondern geht meist nicht so aus, wie Du es Dir wünschst.
Im September habe ich die Löwin in mir wiederentdeckt. Ausgelöst hat das ein gutes Gespräch mit einer Freundin. Es hat mich daran erinnert, dass Verantwortung bei mir selbst beginnt: Ich bin die Expertin für meine Katzen, meine Kinder und für mich selbst. Dabei stehe ich nicht alleine da. Unsere Tierärztin ist katzenkundig und respektvoll – einfach Gold wert. Auch die Ärzt*innen unserer Kinder unterstützen uns, wo sie können, und scheuen keine Mühen.
Freigeist mit neuer Kuchenform
Der Herbst zieht ein und ich spüre, dass ich wieder mehr backen will. Meine alten Formen gaben nicht mehr viel her, also habe ich mir neue gegönnt. Seitdem duftet es bei uns nach Pfirsichkuchen, Apfelbrownies und Muffins. Wir schaffen nicht, alles alleine zu essen, und so finden wir immer glückliche Abnehmer*innen.




Ich bin ein kleiner Freigeist. Ich brauche Kreativität und Platz zum Atmen und Bewegen. Grafikdesign liegt mir nicht so, das habe ich oben schon geschrieben. Dafür male ich lieber von Hand mit Stift oder Pinsel. Oder ich backe, koche, stricke, musiziere, singe, lache und albere mit unseren Katzen und Kindern herum. Manchmal werde ich wegen dieser meiner leichten Art gefragt, ob ich nicht Familientherapeutin werden möchte oder Schulbegleiterin oder in der Sozialen Arbeit tätig sein will. Derzeit kann ich mir das nicht vorstellen. Ich genieße die Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen, selbst zu gestalten und meine Ideen umzusetzen. Und ich arbeite gerne intuitiv, organisch und beweglich mit den Menschen, die zu mir kommen. Natürlich greife ich dabei auch auf mein Fachwissen und bisherige Erfahrungen zurück. Denn Beziehungen sind mehr, als wir mit dem Verstand erfassen.
Eine Sache reizt mich allerdings: die tiergestützte Arbeit mit Katze. Dafür müsste nur zuerst die richtige Katze zu mir finden, sozusagen das Einhorn unter den Katzen. Sie wäre furchtlos, neugierig, reiselustig und offen für neue Reize, für Kontakte und auch für Körperkontakt. Gleichzeitig müsste sie unglaublich resilient sein, nervenstark, tiefenentspannt, taktvoll und absolut eingespielt mit mir. Eine Katze kann tiergestützt arbeiten, wenn sie dafür geeignet ist und sehr gut ausgebildet wird. Bis dahin bleibt es einer meiner Wünsche, den ich mir gerne noch erfüllen will, weil ich diesen besonderen Einfluss von Katzen sehr schätze.
Ein Bild zum Schluss konnte ich mir nicht verkneifen. Ich verbuche es unter der Rubrik „unnützes Wissen, das irgendwie lustig ist“. Beim Diagnosegespräch lag passend zu den Wahlen in MV im September 2026 eine Zeitschrift auf einem Tisch. Ich blätterte darin herum und fand endlich die Antwort auf eine äußerst wichtige Frage: Welches ist denn nun offiziell das längste Wort Deutschlands? Immerhin hatten wir als Kinder bereits darüber diskutiert und uns allerlei zusammengesetzte Wörter ausgedacht, u.a. „Donaudampfschifffahrtgewerbeanmeldungsformular“ oder so. Die deutsche Sprache ist ja bekannt dafür, lange Wortketten durch Zusammensetzungen bilden zu können. Nun, hier ist es: Das offiziell längste Wort Deutschlands schuf 1999 Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) mit dem „Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz“.

Beim nächsten Mal hoffe ich, dass die Zeitschrift noch da liegt und ich die Quelle angeben kann. Das habe ich in dem Eifer leider total vergessen…
Was ich im September 2026 veröffentlicht habe
Monatsrückblick August 2026: Wow – wo ich heute bin!
Warum hat Deine Katze Angst vor Neuem?
Wie Du Deine Katze an Neues gewöhnst
12 von 12 im September 2026: Mach mal Pause, Sabbat!
Ausblick auf den Oktober 2026
Im Oktober geht mein Beta-Kurs in die Werbung. Ende des Monats lade ich über meinen Newsletter zur kostenfreien Beta-Runde ein, und die Plätze sind begrenzt. Der Start ist im November und geplant sind sechs Wochen Begleitung und Training. Wir geben Deiner Katze mehr Sicherheit in Deinem Familienalltag und bereiten sie ganz nebenbei auf Silvester vor. Wenn Du eine Familie mit Katze und Kind kennst, dann erzähle ihr gerne davon.
Außerdem stehen im Oktober Kooperationsgespräche und Crossover-Blogging an. Ich arbeite weiter an meiner Website, und einige Blogartikel, die ziemlich fertig in der Schublade liegen, dürfen endlich raus. Dazu kommt ein kleiner Ausflug zu unserer Zahnärztin und ein Abstecher in ein Musikgeschäft, auf den ich mich besonders freue. Die Herbstferien nutze ich als Ruhepol, bevor der Kurs startet. Ich freue mich auf einen Oktober, in dem sichtbar wird, was im September leise gewachsen ist.
Und hier, ganz zum Schluss, verlinke ich Dir das frisch überarbeitete Booklet „Katze liebt Kind“. Darin erkläre ich Dir, was der Grund für das Verhalten Deiner Katze ist, woher Konflikte kommen und wie Du den ersten Schritt gehen kannst, damit Deine Katze und Dein Kind zueinander finden.

Ich freue mich, dass Du bis hierher gelesen hast und natürlich über einen Kommentar 🙂 Wenn Du einen eigenen Monatsrückblick geschrieben hast, verlinke ihn gerne hier drunter.





Hallo Mara,
leider entdecke ich Dich ungefähr 16 Jahre zu spät. Die Katze meiner Schwester ist nicht mit der Geburt des Babys klargekommen und hat angefangen, sich den Hals aufzukratzen. Es war sehr, sehr traurig.
Alles Gute,
Julia
Liebe Julia,
Dein Kommentar hat mich sehr berührt, mir kamen beim Lesen die Tränen. Es tut mir so leid für Deine Schwester, ihr Baby und ihre Katze. Ich kann gut nachfühlen, wie schwer das für euch alle war.
Ich höre von Familien immer wieder ähnliche Erlebnisse. Es sind liebevolle Familien, die ihre Katze von Herzen mögen und einfach nicht weiterwissen. Darum habe ich angefangen, über dieses Thema zu schreiben.
Falls Deine Schwester oder Du einmal persönliche Hilfe braucht, schreib mir gern. Für Familien in dieser Lage habe ich immer ein offenes Ohr. Und wenn Dich das Thema weiter begleitet, ob in Deiner Familie oder aus Interesse, bist Du hier jederzeit willkommen.
Herzliche Grüße
Mara 😺💛