In Vorbereitung zu diesem Rückblick habe ich mir meine vorigen Rückblicke angeschaut und festgestellt: Ich verblogge meinen Monatsrückblick seit nun einem ganzen Jahr. Und wie viel ist in diesem Jahr passiert! Dieser Rückblick wird deshalb kein gewöhnlicher Monatsrückblick. Ich erlaube mir, am Ende auch einen kurzen Jahresrückblick zu werfen, obwohl der eigentliche Jahresrückblick erst im Dezember/Januar erfolgen wird.
Schwerpunkte in Beratung und Training
Bereits im Juni 2026 schrieb ich, wie wichtig für mich die Aufklärung und der bewusste , aktive Umgang mit unseren Katzen ist. Im August zeigte sich das v.a. darin, dass ich in mehreren Anfragen für Zusammenführungen. Ich bin dankbar, dass Halter*innen zunehmend sich Gedanken machen, dass Katzen ernst zu nehmende Haustiere sind, deren Verhalten wir noch nicht so verstehen, als dass ein reibungsloses Zusammenleben ganz natürlich ist. Dennoch musste ich einige Anfragen abweisen, da die Voraussetzungen für eine Zusammenführung nicht gegeben waren.
Ich verstehe den Wunsch der Halter*innen nach einem friedlichen Zusammenleben sehr. Und dementsprechend respektvoll gehe ich mit ihnen um. Doch wenn notwendige Untersuchungen zur Klärung der Gesundheit nicht erfolgen, kann ich in der Regel nicht viel helfen. Ich muss einfach im Vorfeld ausschließen, ob ein Tier krank ist und schmerzbedingt z.B. zu Aggressionen neigt bzw. ob es in irgendeiner Art beeinträchtigt ist, um die Symptome und das entsprechende Verhalten bei einer Zusammenführung zu berücksichtigen.




Ein zweiter Punkt ist ebenfalls sehr wichtig: Nicht jede Fundkatze ist ein heimatloser Streuner. Manch eine Situation war sehr schwierig für mich auszuhalten. z.B. wenn sich Finder weigerten, das Fundtier zu melden bzw. zwecks Überprüfung eines Chips zum Tierarzt zu bringen. Meist stecken dahinter zweierlei Ängste: Zum einen, die Tierarztkosten tragen zu müssen und zum anderen, dass das liebgewonnene Tier doch jemandem gehört.
In beiden Fällen musste ich klarstellen: die Gesundheitsfürsorge ist eine Pflicht, die Halter*innen auf sich nehmen, sobald sie sich für ein Tier entscheiden. Wenn diese Verantwortung nicht übernommen werden will, sollte ein Tier keinen Eingang in die Familie finden. So hart es klingt, aber auch Katzen haben das Recht auf Gesundheit und tierärztliche Versorgung. Niemand will mit Zahnschmerzen etc. daheim bleiben und ausharren müssen, bis der Zahn von alleine ausfällt. Eine Katze auch nicht.
Zum zweiten: Jeder, der eine Katze je verloren hat (oder irgendein anderes Haustier), kennt dieses Gefühl der Ungewissheit, was mit seinem Tier passiert ist. Aus eigener Erfahrung weiß ich um die schlaflosen Nächte, das bange Aushängen von Vermissten-Flyern oder das Anrufen der umliegenden Tierschutzvereine und Durchsuchen der Tasso-Eintragungen. Für mich ist es daher selbstverständlich, ein Fundtier zu melden und seiner eigenen Familie zurückzugeben. Die Kosten für Tierarzt und Versorgung tragen im Übrigen die Halter*innen bzw. hat man Anspruch auf Erstattung der Kosten durch die Halter*innen. Nicht ganz nebenbei bemerkt: Das Anzeigen eines Fundtiers ist gesetzlich vorgeschrieben.
Um diesen Gedanken positiv zu beenden: Es haben eine Familie und ihr Kater nach jahrelanger Trennung wieder zueinander gefunden, und dafür bin ich sehr dankbar.
Sommerzeit ist Blogparaden-Zeit
Da mir das Schreiben sehr gefällt, habe ich beschlossen, diesen Sommer ebenfalls eine Blogparade auszurufen. Auf der Suche nach einem Thema, dass nicht nur mich anspricht, sondern auch meine Leser*innen, habe ich mich entschieden, nach Beziehungen zu einem Tier zu fragen, die einen Einfluss auf uns hatten oder haben. Herausgekommen ist ein Potpourri an Geschichten, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch alle etwas gemeinsam haben: Nach diesen Begegnungen war einfach nichts mehr wie zuvor.
Wenn Du nicht weißt, was eine Blogparade ist, kannst Du hier meinen Aufruf nachlesen, und in der Zusammenfassung meiner Blogparade habe ich Dir die sechs wunderbare Beiträge verlinkt. Weiterlesen ist von Herzen empfohlen 🙂
Für mich nehme ich nicht nur die Geschichten mit, sondern auch das, was drum herum geschehen ist: Als Gastgeberin wollte ich, dass sich meine Autor*innen wohl fühlen, dass ihre Beiträge tatsächlich im Mittelpunkt stehen und meine Leser*innen alles übersichtlich und einfach finden. Ich wurde beschenkt mit tollen, neuen Kontakten und schönen Erfahrungen. Ich danke an dieser Stelle noch einmal von ganzem Herzen allen Autor*innen und Leser*innen, die ihr mir und uns einander so eine schöne Erfahrung beschert habt.
Wir starten in die Pattern Games
Vor gut zwei Jahren bin ich das erste Mal mit einem Trainingskonzept in Berührung gekommen, von dem ich seitdem nicht mehr loskomme: Es ist so einfach, doch so effektiv und lässt sich wirklich hervorragend in den ausgefüllten Alltag einer Familie unterbringen. Ich spreche von den sog. Pattern Games, zu deutsch Musterspiele.
Pattern Games waren vor etwa zwei Jahren in der Katzenwelt ein kurzer Trend und sind anschließend in Vergessenheit geraten. Stattdessen wird sehr stark auf klassisches Clickertraining abgestellt. Ich vermute, dass ihr volles Potenzial einfach noch nicht entdeckt oder verstanden wurde. Denn die Wirkung auf das Nervensystem einer gestressten Katze und die Vereinbarkeit mit dem Denken einer Katze sind in meinen Augen und meiner Erfahrung nach ein Perfect Match.
Ein Beispiel: Unsere Lovis ist eine extrem scheue Katze gewesen. Sie lebte zuvor bei einer älteren Dame, die sie aus Not abgeben musste. Jahrelang zuckte sie bei jedem Geräusch zusammen, floh in den Wald, sobald jemand den Vorgarten betrat, ließ sich weder berühren noch konnte sich ihr jemand bis auf wenige Meter nähern. Lediglich sie initiierte die Kontakte, wenn sie um die Beine der Dame strich, sobald sie zum Schlafen doch einmal ins Haus kam.
Zugegeben hatte ich damals Bedenken, Lovis bei uns aufzunehmen, da wir ein relativ trubeliger Kinderhaushalt sind. Meine jüngeren Kinder haben beide eine Auffälligkeit, die den Alltag einerseits getaktet gestalten, andererseits laut sein lassen. Doch da es nirgends einen Platz für Lovis gab und die Zeit drängte, überlegten wir, was wir tun sollten. Mein Mann und ich brachten beide Erfahrungen im Umgang mit Angstkatzen mit und nahmen Lovis schließlich auf. Lovis‘ Geschichte ist einen eigenen Artikel wert, darum gehe ich an dieser Stelle nicht näher darauf ein. Nur so viel: Clickertraining ist nicht jederkatzes Sache und gerade bei Angstkatzen können die Pattern Games entscheidende Veränderungen herbeiführen. Lovis änderte sich so sehr, dass ich überzeugt bin, dass sie ohne dem natürlichen Training mit den Pattern Games kaum eine so rasche Entwicklung durchgemacht hätte.
An dieser Stelle will ich es auch einmal ganz bewusst anteasern: Ich arbeite seit etwa 2 Jahren gezielt mit Pattern Games und habe lange auf diese Weiterbildung gewartet. Nun will ich meine Erfahrungen Familien zugänglich machen und im Herbst/ Winter einen Beta-Kurs durchführen. Der Kurs richtet sich an Familien mit Katzen, die unsicher, gestresst oder ängstlich sind und sich wünschen, dass ihre Katze sicherer und entspannter im Alltag und im Umgang mit großen und kleinen Menschen wird. In meinem Newsletter halte ich meine Leser*innen auf dem Laufenden.
Schwerpunkte in Familie und Alltag
Auch privat hatte der August 2026 einige Veränderungen zu bieten. Das Ferienende läutete die Schulzeit für unseren Jüngsten ein und damit ein neuer Tagesablauf, den auch unsere Katzen erleben würden. Außerdem feierten wir (nicht) unseren Zehnten Hochzeitstag. Hier lief leider alles anders, als geplant und wir schauten, dass wir das Beste draus machten.
Alles hat ein Ende
Obwohl ich selbst vor Jahren Lehramt studiert hatte und wirklich gerne mit Kindern arbeitete, ist es mit jedem Kind für mich schwer gewesen, es in die Schulzeit zu entlassen. Mittlerweile habe ich so viel gelernt darüber, wie wir Menschen lernen, dass ich mi den überholten Methoden und den restriktiven Einstellungen mancher Lehrer oft hadere. Ich weiß, dass jede Lehrkraft seinen/ ihren eigenen Weg finden muss, wie er/sie Unterricht zugänglich macht. Und zudem ist es eine Herausforderung, sich um fast 30 Kinder gleichzeitig kümmern zu müssen, ganz zu schweigen von den Erwartungshaltungen, die von allen Seiten auf Lehrer*innen einstürmen.
Um es vorweg zu nehmen: Nein, ich kehre nicht ins Lehramt zurück. Und: ich versuche dennoch mit den Lehrer*innen meiner Kinder bestmöglich zusammenzuarbeiten. Und bisher klappt das ziemlich gut. Auch wenn ich mir doch das eine oder andere Mal mehr Empathie wünschen würde…
Wir sind sehr stolz auf unseren Jüngsten, wie er sich trotz seines Handicaps in der Schule „macht“. Er geht gerne hin, arbeitet die Aufgaben fleißig und wider erwarten sehr konzentriert durch und hat seinen Spaß daran, mit Fragen und Kreativität seinen Lehrer zu überraschen. Ich finde, gerade in Anbetracht der Herausforderungen, die sein älterer Bruder mit der Schule hat, ist das eine sehr angenehme Entwicklung. Ich bin gespannt, wie er sich weiter entwickelt.
Dreifaches Jubiläum
Neben dem einjährigen Jubiläum des Monatsrückblicks feiert der August noch zwei weitere Jubiläen: Seit ebenfalls einem Jahr verblogge ich den 12von12, ein Format, bei dem Blogger*innen jeden 12. eines Monats in 12 Bildern festhalten. Die Beiträge werden traditionsgemäß bei Caro von Draußen nur Kännchen verlinkt. Aus nostalgischen Gründen habe ich Dir hier meinen ersten 12von12 vom August 2025 verlinkt.
Wie zu erwarten, ist in den 2026er 12von12 ein Thema durchweg in allen Beiträgen vorhanden: Das kosmische Jahresspektakel mit Sonnenfinsternis, Perseiden-Sturm und Planetenparade. Das tröstet doch ein wenig über die nicht geglückte Feier des Zehnten Hochzeitstages hinweg. Der Ausfall einer Feier ist ganz einfach entstanden: Wir wollten in kleinem Rahmen mit unseren Freunden gemütlich beisammen sein. Aber sämtliche Locations und Caterings haben abgesagt. Zuletzt kam privat etwas dazwischen, sodass wie einfach unter uns blieben. In meinem 12von12 vom August 2026 gebe ich einen Einblick, wie der Tag bei uns verlief.
Neben Sonne, Mond und Sternen hat uns auch unser Gartenteich sehr gefreut, den wir im Juli/ August endlich umgesetzt haben. Auf diesem Bild sieht es noch etwas karg aus, mit der Zeit aber wird es richtig schön zuwachsen. Erste Wasserflöhe, Mücken, Spatzen und Frösche haben sich schon eingefunden.

Ein erster, kleiner Jahresrückblick
Zugegeben, meinen ersten Blogartikel habe ich am 01.Mai 2025 veröffentlicht, danach lief lange nichts hier auf dem Blog. Im Juli/ August 2025 startete ich mit meinen ersten regelmäßig erscheinenden Blogartikeln mit Unterstützung von Judith Peters. Über die Monate habe ich viel kennengelernt und freue mich besonders über die Entwicklung, die ich durchlaufen bin:
- Ich habe mich entschieden, nicht nur rein fachliche Artikel zu schreiben, sondern auch jene, die mich persönlich betreffen, um Einblicke in meinen Alltag oder meine Werte zu geben.
- Meine Art zu schreiben hat sich über die Zeit verändert. Am Anfang war ich noch sehr verkopft und auch durch die um sich greifende KI-Nutzung als „schneller, besser, weiter“ verunsichert. Mittlerweile habe ich auch hierzu meine eigenen Erfahrungen gesammelt und sehe, dass KI durchaus Potenzial hat, ein nützliches Werkzeug zu sein. Ich will auch weiter ausprobieren, was ich wie meinen Familien mit KI-Unterstützung leichter zugänglich machen kann. Dennoch schätze ich vor allem den Mut, den ich entwickelt habe, indem ich meine Gedanken selbstständig zu Papier bzw. in den Editor gebracht habe.
- Meine Themenwahl hat sich stark verändert. Schrieb ich anfangs noch mehrheitlich zu Beratungsschwerpunkten, verlagerte sich der Schwerpunkt in meinen Artikeln über die Zeit zu meinem Fokusthema: Die Katze in der Familie mit Kindern.
- Neben einem Newsletter habe ich ein kostenloses Booklet als Einstieg in die Welt der Familienkatze erstellt und freue mich über eine wachsende Anzahl an Leser*innen.
Im Booklet „Katze liebt Kind“ erkläre ich Dir, was der Grund für das Verhalten Deiner Katze ist, woher Konflikte kommen und wie Du den ersten Schritt gehen kannst, damit Deine Katze und Dein Kind zueinander finden.

Was ich im August 2026 veröffentlicht habe
Mein Weg zur Katze begann nicht mit einer Katze
12 von 12 im August 2026: Rosenhochzeit und kosmische Ereignisse
3 Spiele für kleine Katzenfreunde
Mein Tier und ich: 6 Geschichten über Tierverbindungen
Ausblick auf den September 2026
Der September wird ein entspannter Monat. Nachdem der August stark durch die Blogparade geprägt war, stehen in diesem Monat die Begleitung unserer Kinder in die Schulzeit, neue Blogartikel und die Weiterbildung in den Pattern Games im Fokus.





0 Kommentare