Meine Katze schläft im Kinderbett – ist das in Ordnung?

Feb., 2026 | Verhalten

„Meine Katze schläft im Kinderbett – ist das in Ordnung?“ Diese Frage begegnet mir in Foren und Gruppen immer wieder. Meistens finden Eltern nur kurze Antworten, die noch dazu oft auf persönlichen Meinungen basieren, ohne nachvollziehbare Fakten oder klare Handlungsempfehlungen. Oder aber sie suchen im Internet und finden an vielen Stellen Fragmente, die sie zusammenpuzzeln müssen. Das will ich ändern.

In diesem Artikel bekommst Du eine umfassende, fundierte Übersicht: Ich erkläre Dir, welche Risiken es gibt, welche Altersgruppen besonders zu beachten sind, warum Katzen Kinderbetten attraktiv finden und wie Du sowohl Sicherheit und eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Kind und Katze fördern kannst. Du erhältst praktische Tipps, konkrete Sicherheitsmaßnahmen, Hinweise zu Hygiene und Allergien sowie altersgerechte Empfehlungen.

Mein Ziel ist, Dir an einem Ort gebündelt alle relevanten Fakten und Entscheidungsgrundlagen zu geben, damit Du bewusst und sicher handeln kannst. Die Verantwortung für die Umsetzung liegt selbstverständlich bei Dir, aber mit diesen Informationen bist Du bestens vorbereitet, um sowohl Deine Katze als auch Dein Kind zu schützen und ihnen gleichzeitig eine positive Bindung zu ermöglichen.

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Kurzantwort im Überblick

Wenn Du nur wenig Zeit hast und einen ersten Überblick brauchst, habe ich hier die wichtigsten Infos zusammengetragen. Mehr Details, Erklärungen und praktische Schritt-für-Schritt-Anleitungen findest Du anschließend im Artikel.

0–12 Monate (Säuglinge)
Hier gilt ganz klar: Kein Tier ins Babybett.
Ein Säugling braucht eine freie, feste Schlafumgebung – ohne zusätzliche Wärmequellen, ohne weiche Begrenzungen, ohne Tiere. Hintergrund sind Empfehlungen von Schlafforscher*innen zur Vorbeugung von SIDS (plötzlicher Kindstod), Erstickung oder Überhitzung. Auch wenn sich manches natürlich anfühlt: In diesem Alter ist Vorsicht kein Misstrauen, sondern Schutz.

1–3 Jahre (Kleinkinder)
Hier wird es differenzierter.
Eine Katze im Bett ist nicht automatisch gefährlich, aber es braucht klare Rahmenbedingungen:

  • Deine Katze muss sozial stabil und stressfrei sein, sowie nicht zu Aggressionen oder „Füße jagen“ neigen.
  • Dein Kind sollte nicht unbeaufsichtigt sein.
  • Die Hygiene muss stimmen.
  • Rückzugsmöglichkeiten für Deine Katze sind wichtig.

Hier geht es weniger um akute Lebensgefahr, sondern um Sicherheit, Grenzen und gegenseitigen Respekt.

3–7 Jahre
In vielen Familien ist das Zusammenschlafen in diesem Alter unproblematisch, wenn:

  • keine Allergien vorliegen
  • Deine Katze gut sozialisiert ist
  • Dein Kind gelernt hat, Körpersprache zu respektieren
  • Regeln eingehalten werden

Hier steht weniger das Risiko, sondern mehr die Beziehungsqualität im Mittelpunkt.

Wichtig zum Thema „natürliches Schlafen“:
Stillende Mütter und bindungsorientierte Familien sehen gemeinsames Schlafen anders als klassische Leitlinien. Organisationen wie die La Leche League beschreiben Kriterien für bewusst gestaltetes, sicheres Bedsharing zwischen Mutter und Baby. Das ändert jedoch nichts daran, dass zusätzliche Faktoren – wie Tiere – immer separat betrachtet werden sollten.

Drei Dinge, die Du sofort prüfen kannst:
  • Ist das Babybett (bei unter 1 Jahr) frei von zusätzlichen Elementen?
  • Steht die Katzentoilette außerhalb der Reichweite Deines Kindes und gilt bei euch eine klare Händewasch-Regel?
  • Hat Deine Katze mehrere attraktive, warme, sichere Alternativ-Schlafplätze – möglichst auf unterschiedlichen Ebenen?

Warum Deine Katze das Kinderbett liebt

Bevor wir entscheiden, ob etwas „in Ordnung“ ist, lohnt es sich, das dahinterliegende Verhalten zu verstehen. Dine Katze handelt nicht moralisch. Sie folgt Motivation, Bedürfnissen und Lernerfahrungen. Wenn sie sich wiederholt in ein Kinderbett legt, hat das Gründe.

Wärme & Polsterung

Katzen suchen gezielt warme, weiche und leicht nachgiebige Liegeflächen. Das hat mit Thermoregulation zu tun, also mit der Regulation der eigenen Körpertemperatur. Katzen besitzen eine etwas höhere Normaltemperatur als Menschen und bevorzugen daher wärmere Umgebungen.

Matratzen speichern Wärme, während Bettdecken isolieren. Kinderbetten sind oft zusätzlich weich gepolstert. Für eine Katze entsteht hier ein energetisch günstiger Ruheplatz.

Diese Präferenz für warme, komfortable Liegeflächen ist gut dokumentiert.

Das bedeutet, dass Deine Katze das Baby- oder Kinderbett nicht wählt, um Dich zu provozieren, sondern weil es ihre natürlichen, physiologischen Bedürfnissen entspricht.

Geruch & Bindung

Katzen orientieren sich stark über Geruch. Ihr Geruchssinn ist deutlich ausgeprägter als unserer. Wenn wir in unserem Bett schlafen, hinterlassen wir automatisch unseren persönlichen Geruch. Für Deine Katze ist dies der Ort, der am stärksten nach Dir riecht.

Vertraute Gerüche wirken auf viele Katzen beruhigend und fördern Sicherheit und Entspannung. Das erklärt, warum Deine Katze häufig dort liegt, wo es intensiv nach ihren Menschen riecht.

Wenn Deine Katze also im Kinderbett (oder bei Dir) liegt, kann das ein Hinweis auf soziale Nähe und ihr Bedürfnis nach Vertrautheit sein. Es hat nichts mit „Dominanz“ oder „Rangordnung“ zu tun.

Sicherheitsgefühl & Übersicht

Katzen bevorzugen häufig erhöhte oder umrahmte Plätze. Ein Bett – besonders mit Rand, Gitter oder Wandanschluss – bietet eine Art Begrenzung.

Begrenzungen vermitteln vielen Katzen Sicherheit. Gleichzeitig ermöglicht eine gewisse Höhe bessere Übersicht und gegebenenfalls schnellere Fluchtmöglichkeiten. Dieses Bedürfnis nach Kontrolle über die Umgebung ist ein zentraler Bestandteil des Wohlbefindens von Katzen.

Ein Kinderbett kann aus Der Sicht Deiner Katze also gleichzeitig weich, warm und strukturell sicher wirken.

Sozialer Kontext

Nicht jedes Verhalten ist rein physisch motiviert. Der soziale Kontext spielt ebenfalls eine Rolle.

Wenn Deine Katze entspannt liegt – mit locker gefalteten Pfoten, ruhiger Atmung, geschlossenen Augen oder langsamem Blinzeln – deutet das auf ihr Wohlbefinden hin. Nähe kann in diesem Fall ein Ausdruck von Vertrauen sein. Das ist wichtig zu verstehen, weil immer noch Mythen kursieren, Katzen würden durch solche Handlungen „Anspruch“ erheben oder ein Kind „verdrängen“. Dafür gibt es keine belastbaren verhaltensbiologischen Hinweise.

Wenn Deine Katze dagegen nachts sehr unruhig ist, plötzlich aufspringt, stark auf Geräusche reagiert oder Dein Baby wiederholt stört, solltest Du aufmerksam werden:

Solche Verhaltensweisen können auf Stress, externe Reize oder unzureichende Auslastung hindeuten. Schlafunterbrechungen sind bei Katzen häufig ein Zeichen dafür, dass ihr Ruhebedürfnis nicht vollständig erfüllt ist oder sie auf Umweltveränderungen reagieren. In diesem Fall solltest Du die Lebens- und Haltungsbedingungen Deiner Katze genauer anschauen und ggf. anpassen. Wenn Du unsicher bist, welche Stellschrauben in Eurer konkreten Situation relevant sind, kann eine strukturierte Haltungsanalyse helfen, Stressoren systematisch zu erkennen und alltagstaugliche Lösungen zu entwickeln.

Babys, SIDS und eine sichere Schlafumgebung

Sobald wir über Babys unter einem Jahr sprechen, bewegen wir uns nicht mehr im Bereich von „Erziehungsstil“ oder „persönlicher Vorliebe“. Hier geht es um Risikominimierung, weil Babys unter einem Jahr weder die Kraft haben, sich aktiv einer Katze, die z.B. auf ihnen liegt, zu entziehen, noch haben sie anfangs das Bewusstsein für das, was um sie herum geschieht. Die Fähigkeit, Zusammenhänge zu verstehen, ist noch nicht genug ausgebildet, so dass sie entsprechend handeln könnten. Es gilt also, den Schwächeren zu schützen.

Und deshalb müssen wir die wissenschaftliche Perspektive sauber darstellen, auch dann, wenn kulturelle oder bindungsorientierte Ansätze zusätzliche Aspekte einbringen.

Was Schlafforscher*innen und Kinderärzt*innen empfehlen

Internationale Leitlinien zur Reduktion von SIDS (Sudden Infant Death Syndrome, plötzlicher Kindstod) sind in ihren Kernelementen sehr eindeutig.

Zu den zentralen Empfehlungen gehören:

Feste Matratze, Rückenlage, keine weichen Gegenstände.

Das bedeutet:

  • Dein Baby schläft auf dem Rücken.
  • Die Matratze ist fest und passgenau.
  • Keine Kissen, Decken, Nestchen, Stofftiere oder zusätzlichen Wärmequellen im Bett.

Diese Maßnahmen zielen darauf ab, das Risiko von Überdeckung, Atemwegsblockierung und Überhitzung zu reduzieren.

Ein weiterer zentraler Punkt:

Im Allgemeinen wird heute das Raum-Sharing für Mütter und Babys empfohlen, aber es wird vom Co-Sleeping bzw. dem gemeinsamen Schlafen auf einer Schlaffläche abgeraten. Ein Baby soll also im selben Raum wie die Eltern schlafen, jedoch auf einer eigenen, sicheren Schlafunterlage. Haustiere werden in diesen Empfehlungen nicht als Teil einer sicheren Schlafumgebung betrachtet.

Aus dieser Perspektive ist ein Tier im Babybett nicht vereinbar mit den klassischen SIDS-Leitlinien. Allerdings ist es wichtig, nicht nur eine Perspektive als gegeben stehen zu lassen. Deswegen schauen wir uns noch eine andere Empfehlung an.

Die La Leche League als differenzierende Stimme

Die La Leche League (LLL) weist darauf hin, dass gemeinsames Schlafen zwischen Mutter und Baby in vielen Kulturen normal ist und praktische Realitäten berücksichtigt werden müssen, insbesondere bei stillenden Müttern.

Statt pauschaler Verbote formuliert die LLL konkrete Sicherheitskriterien, bekannt als die „Safe Sleep Seven“. Diese beinhalten unter anderem:

  • Nicht rauchen
  • Keine Drogen oder Alkohol
  • Stillende Mutter
  • Gesundes, reifes Baby
  • Rückenlage
  • Leicht bekleidetes Baby
  • Feste, sichere Schlafunterlage

Ziel ist es, Risiken beim Bedsharing bewusst zu minimieren, wenn Eltern sich dafür entscheiden. Die LLL betont außerdem die hormonell begünstigte Sensibilität stillender Mütter sowie praktische Schritte zur Risikoreduktion und unterstützt mit ihrer Arbeit die Aufklärung über natürliche, bedürfnisgerechte und bindungsorientierte Eltern-Kind-Beziehungen.

Wichtig für unsere Einordnung

Wir stellen beide Perspektiven nebeneinander:

  • Die klassischen SIDS-Leitlinien, die zusätzliche Faktoren möglichst vermeiden
  • Die LLL-Praxis, die informierten Eltern Kriterien an die Hand gibt, wenn sie sich bewusst für Nähe im gemeinsamen Bett entscheiden

Beide Positionen haben ein gemeinsames Ziel: Risikoreduktion. Für unser Thema bedeutet das jedoch etwas Entscheidendes:

Selbst wenn Du Dich nach LLL-Kriterien für bewusstes Bedsharing entscheidest, bleibt Deine Katze ein zusätzlicher, eigenständiger Akteur. Und dieser wird in den Safe Sleep Seven nicht integriert.

Konkrete Risiken beim Co-Sleeping mit Tieren

Die Warnung vor Haustieren im Babybett beruht auf klar benennbaren Risikofaktoren:

  • Überdeckung oder Atemwegsblockierung, etwa wenn sich Deine Katze unbemerkt an Gesicht oder Hals legt
  • Zusätzliche Wärme, die das Risiko von Überhitzung erhöhen kann
  • Unvorhersehbare Bewegungen einer schlafenden oder aufschreckenden Katze
  • Platzveränderung im Bett, wodurch sichere Schlaf-Positionen unbeabsichtigt verändert werden können

Diese Aspekte finden wir in den allgemeinen Safe-Sleep-Empfehlungen. Wichtig ist dabei, dass wir verstehen, dass es nicht darum geht, Deine Katze als „gefährlich“ zu beschreiben. Es geht lediglich darum, die Risiken für ein Baby, das sich selbst noch nicht adäquat schützen kann, zu kennen und zu minimieren.

Einordnung für bindungsorientierte Familien

Wenn Du Dich für das gemeinsame Schlafen mit Deinem Baby oder Kind entscheidest, dann achte bitte unbedingt auf die Sicherheitsempfehlungen, die die LLL in ihren Safe Sleep Seven als PDF-Link bereitstellt. Wir sind in unserer westlich und wirtschaftlich geprägten Gesellschaft nicht mehr derart intuitiv, dass wir unvorbereitet zurückkehren können zu dem, wie Jahrhunderte Kinder bei ihren Eltern schliefen.
Der Vollständigkeit halber verlinke ich hier noch einen Artikel zum Babyschlaf auf Deutsch und ein Buch des Kinderarztes William Sears, das Bedsharing aus verschiedenen Perspektiven, insbesondere auch kultureller und historischer perspektive beleuchtet. (Keine Affiliate-Links, keine „Auftrags-Werbung“. Die Empfehlungen basieren auf persönlicher Überzeugung.)

Für das Thema Katze im Babybett bedeutet das jedoch:

Die LLL-Kriterien beziehen sich auf Mutter und Baby. Ein zusätzliches Tier ist darin nicht vorgesehen. Deshalb bleibt für Säuglinge unter einem Jahr die fachlich konsistente Empfehlung: Keine Tiere im Babybett. Aus dem Prinzip der Risikominimierung in einer besonders vulnerablen Entwicklungsphase.

Hygiene, Infektionen und Parasiten

Grundprinzipien

Es sollte selbstverständlich ein, dennoch will ich es an dieser Stelle erwähnen: Händewaschen nach jedem Tierkontakt gehört zur Basisroutine, insbesondere bevor Kinder essen oder sich die Hände in den Mund nehmen. Kurze, konsequente Händehygiene reduziert die häufigsten Übertragungswege von Keimen.

Außerdem sollte klar sein, dass die Katzentoilette nicht in den Spiel- oder Schlafbereich von Kindern gehört. Sie sollte mehrmals täglich gereinigt und so platziert werden, dass Kinder keinen direkten Zugang haben. Notfalls eignen sich Kinder- oder Türgitter, um den Zugang zur Toilette für mobile Kinder zu verhindern. Diese Maßnahme minimiert direkten Kontakt mit Kot und verringert damit relevante Infektionsrisiken.

Toxoplasmose — der Übertragungsweg, die Relevanz für Kinder und was wirklich schützt

Toxoplasmose wird durch eingenommene Oozysten aus Katzenkot übertragen. Der klassische Übertragungsweg ist, dass eine Katze ihren Kot in Erde oder Sand absetzt. Aus verschiedenen Gründen kommt man mit dem Erreger in Kontakt und durch orale Aufnahme gelangt er in den eigenen Organismus. Deshalb ist die Hygienekette entscheidend.

Für Kinder ist die direkte Infektion durch die Hauskatze seltener als oft angenommen. Häufiger sind kontaminierte Lebensmittel (rohes oder unzureichend gegartes Fleisch) oder ungewaschenes Gemüse. Dennoch: Saubere Handhygiene nach Katzenkontakt sowie tägliche Reinigung der Katzentoilette verringern das Risiko erheblich.

Für Schwangere oder anderweitig geschwächte Personen ist besondere Vorsicht geboten. Wenn möglich, sollte die Reinigung der Katzentoilette während der Schwangerschaft von jemand anderem als der Schwangeren durchgeführt werden.

Wurm- und Flohprophylaxe

Regelmäßige Untersuchung des Katzenkots auf Würmer und bei Befall eine entsprechende Behandlung, eine adäquate Flohprophylaxe und routinemäßige tierärztliche Untersuchungen sind kein Luxus, sondern präventive Standardarbeit. Diese Maßnahmen senken nachweislich das Risiko für zoonotische Infektionen im Haushalt und sind damit ein zentraler Baustein des Kinderschutzes.

Wie Du das Infektionsrisiko systematisch senkst

Ich will Dir an dieser Stelle nur einige wenige Haushaltstipps mitgeben, die Du einfach und praktisch umsetzen kannst. Sie helfen, klassische Infektionsketten zu unterbrechen bzw. Infektionsherde gar nicht erst entstehen zu lassen.

  • Wechsle und reinige Bettwäsche regelmäßig einmal pro Woche, mindestens alle zwei Wochen. Sauge außerdem Matratzenränder und Polster ab, damit Haare und Hautschuppen nicht dauerhaft in den Fasern oder Ritzen haften und akkumulieren (sich vermehren).
  • Verwende nach Möglichkeit einen Staubsauger mit HEPA-Filter, um allergene und mikrobiologische Belastungen effektiv zu reduzieren. Einen Testbericht aus 2024 findest Du hier.
  • Bewahre Katzenfutter nicht am oder in der Nähe vom Esstisch auf. Kleine Kinder verstehen nicht immer den Unterscheid zwischen dem Tisch, an dem Menschen essen und dem Futterplatz, an dem Katzen essen. Außerdem solltest Du die Futter- und Schlafplätze Deiner Katze räumlich strikt trennen.
  • Richte die Katzentoilette kindersicher an einem geschützten Standort ein und reinige sie mehrmals täglich. Diese einfachen Maßnahmen zusammen reduzieren das hygienische Risiko deutlich.

Die meisten Maßnahmen wirst Du vermutlich ohnehin schon vornehmen. Wichtig ist, die Situation klar einzuschätzen: In Deutschland sind mindestens die Hälfte der Erwachsenen immun gegen Toxoplasmose. Sie sind in jüngeren Jahren bereits mit dem Erreger in Kontakt gekommen und haben eine entsprechende Abwehr aufgebaut. Besondere Vorsicht ist jedoch in der Schwangerschaft geboten, da hier Ernst zu nehmende Schädigungen am Ungeborenen von Organschäden bis zu Kindstod entstehen können. Im Zweifelsfall bitte Deine Frauenärzt*in einen Bluttest auf Antikörper durchführen zu lassen und überlass die Reinigung der Katzentoilette jemand anderem.

Und wenn Du Dich fragst, ob Du Deine Katze abgeben musst: An dieser Stelle nur kurz: Nein, Deine Katze brauchst Du aus Angst vor einer Toxoplasmose nicht abzugeben.

Allergien & Immunentwicklung

Was sagt die Forschung über die Immunentwicklung?

In sog. Kohortenstudien und systematischen Übersichten wird wiederholt beschrieben, dass früher Kontakt zu Haustieren in bestimmten Situationen das Risiko für Allergien verringern kann. Aber wir finden auch das Gegenteil, nämlich dass unter bestimmten Umständen ein erhöhtes allergisches Risiko entsteht. Es kommt demnach auf die Rahmenbedingungen und den Einzelfall an, ob eine Abwehrreaktion erfolgreich ist oder ob jemand eine Allergie entwickelt.

Genetische Prädisposition (familiäre Allergiegeschichte), die Tierart (Hund vs. Katze), ob das Tier überwiegend drinnen oder draußen lebt, die allgemeine Luftqualität, Haushaltshygiene und soziodemographische Faktoren verändern das Outcome maßgeblich. Deshalb weisen Expert:innen auf eine individuelle Risikoabwägung sowie geeignete Präventionsmaßnahmen hin.

Bei familiärer Vorbelastung lohnt es sich, wenn Du frühzeitig bei Deiner Kinderärzt*in oder Allergikolog*in Deinen Wunsch nach einer Katze abklären lässt. Ohne solche Risikofaktoren ist eine Haustierhaltung nicht per se kontraindiziert. Die Hygienemaßnahmen und sinnvolle Umgebungsregulierungen sind ausreichend empfehlenswert.

Wie lässt sich die Immunentwicklung erklären?

Es gibt mindestens drei Faktoren, die die Entwicklung einer Immunologie beeinflussen. Ohne ein Ranking zu beabsichtigen, beginne ich mit den Auswirkungen von Mikrobiotika auf unsere Gesundheit. Ein früher Kontakt zu einer größeren Vielfalt an Mikroorganismen kann das Immunsystem in eine Richtung lenken, die Allergien weniger wahrscheinlich macht. Das passiert über Veränderungen der Darm- und Hautmikrobiota sowie über immunologische Reifungsprozesse in den ersten Lebensjahren.

Außerdem besteht eine Zusammenhang zwischen einer erhöhten Belastung mit Bakterien (Endotoxinen) und einer niedrigeren Rate an allergischen Erkrankungen in bestimmten Umgebungen. Endotoxine und bakterielle Komponenten stimulieren das Immunsystem so, dass die Entwicklung allergischer Reaktionen gehemmt werden kann.

Ein weiterer Faktor betrifft den Moment, wann und wie stark jemand bestimmten Bakterien ausgesetzt ist. Pränatale und frühe postnatale Kontakte wirken anders als später beginnende Kontakte. Eine „niedrige Dosis“ an Mikroorganismen kann andere Effekte haben als eine hohe und bestimmt die Richtung des Effekts, ob eine Sensibilisierung oder Immunologie entsteht.

Warum die Studienlage heterogen ist

In den einzelnen Studien wurden Familien mit unterschiedlichen Ausgangsituationen betrachtet. Kinder aus Familien mit starke allergischer oder asthmatischer Vorgeschichte reagieren anders. Ihre Reaktionen auf Reize sind teils genetische vorbedingt.

Außerdem fand man Unterschiede in der Auswirkung und Reaktion, je nach dem, ob man Hunde hielt oder Katzen. Man erklärt es damit, dass Hunde durch ihren Auslauf mehr Außenmikrobiotika mit ins häusliche Umfeld bringen und dadurch, dass Hunde sich vermehrt auf dem Boden aufhalten, statt in Betten oder auf erhöhten Positionen, ein Kind weniger „mikrobiologischer Dosis“ ausgesetzt ist.

Ein weiterer wichtiger Punkt kommt den Wohnverhältnissen zu. Staub, Lüftungs- und Heizverhalten sowie Rauchen und die allgemeine Hygiene im Haushalt verändern das Risiko und die Wirkung für Erkrankungen. Eine gleiche Tierhaltung kann in dicht beheizten, schlecht gelüfteten Wohnungen ganz andere Effekte haben als in gut belüfteten Häusern mit niedriger Staubbelastung.

Ebenso ist die Wahl der Methodik zur Erhebung und Auswertung der daten ein Faktor, der die Ergebnisse beeinflusst. Unterschiedliche Messgrößen erzeugen unterschiedliche Ergebnisse. Einige Studien messen die Sensibilisierung auf Reize /IgE, Hauttest), andere messen klinische Allergie-Symptome. Auch die sog. Follow-up-Zeiten, in denen Zwischenbilanzen gezogen werden, variieren. Die untersuchten Gruppen unterscheiden sich in Alter, Herkunft und der Häufigkeit und Intensität, in der sie Kontakt zu Tieren haben. All das führt zu scheinbar widersprüchlichen Befunden.

Empfehlungen zum Umgang mit Immunologien

Wenn Du eine Katze aufnehmen möchtest, zu Allergien neigst oder Dir einfach unsicher über die Thematik bist, dann sind diese Empfehlungen für Dich:

  1. Familienanamnese zuerst abklären
    Wenn in der Familie schwere Allergien oder Asthma vorkommen, vereinbare frühzeitig einen Termin beim Kinderarzt bzw. Allergologen zur Risikoeinschätzung.
  2. Haustierhaltung ist nicht automatisch verboten
    Ohne familiäre Risikofaktoren spricht die Beweislage nicht generell gegen eine Katze im Haushalt. Achte auf gute Hygiene und Umgebungsmaßnahmen.
  3. Praktische Umgebungsmaßnahmen einhalten
    • Regelmäßiges Staubsaugen, ideal mit HEPA-Filter.
    • Bettwäsche öfter wechseln und Matratzenränder absaugen.
    • Katzen nicht in Schlafzimmern von besonders sensiblen Kindern erlauben, falls Unsicherheit besteht.
    • Regelmäßige Fellpflege und Tierarztkontrollen reduzieren Allergen- und Parasitenlast. (Quelle: CDC / RKI Empfehlungen zusammengefasst; siehe oben)
  4. Nicht vorschnell trennen
    Das vorschnelle Abgeben eines Haustieres löst psychische Belastung in der Familie aus und ist epidemiologisch nicht immer nötig. Lasse Dich oder Dein Kind erst ärztlich abklären und dann wähle geeignete Maßnahmen, mit denen Du Symptome lindern, eure Gesundheit und allgemeine Situation verbessern kannst.
  5. Testen, wenn nötig
    Bei wiederkehrenden Symptomen ist es sehr empfehlenswert, einen Sensibilisierungstest (Prick-Test, spezifisches IgE) beim Kinderarzt/Allergologen durchführen zu lassen. Wenn Du Genaueres weißt, kann Du gezielte Maßnahmen zur Katzenhaltung abwägen.

Ich hoffe, ich konnte Dir bis hierhin zeigen, dass eine Katzenhaltung nicht per se gefährlich ist. Wenn Dein Kind mit Deiner Katze aufwächst, kann das Allergien vorbeugen oder auch nicht. Jede Familie ist da anders, trägt ein unterschiedliches Allergierisiko in sich und reagiert entsprechend individuell auf eine Katze. Die gängigen Hygienemaßnahmen sind im allgemeinen ausreichend, um ein Infektionsrisiko gering zu halten. Im Zweifelsfall ist es hilfreich, eine Beratung in Anspruch zu nehmen, z.B. durch die Hausärzt*in, Kinderärzt*in oder Tierärzt*in.

Nun wollen wir uns altersspezifisch anschauen, wie Du damit umgehen kannst, wenn Deine Katze im Bett Deines Kindes schlafen will.

Altersdifferenzierte Empfehlungen für Kinder von ca. 0-7 Jahren

0–6 Monate (Neugeborene / Säuglinge)

In den ersten Lebensmonaten ist Dein Baby vollständig auf Dich angewiesen. Es kann seine Position nicht gezielt verändern, Gefahren nicht einschätzen und sich aus ungünstigen Situationen nicht selbst befreien. Deshalb braucht sind in dieser Phase besonders klare, einfache und konsequent umgesetzte Sicherheitsregeln wichtig.

  • Regel: Deine Katze schläft nicht im Babybett und der Nachtzugang zur Babyschlafstätte sollte möglichst verhindert werden. Für die jüngsten Familienmitglieder gilt immer: Safety First.
  • Konkrete Maßnahmen: Schließe die Tür für Deine Katze, so dass sie keinen Zugang zum Baby erhält, wenn es schläft. Verwende gerne ein Beistellbett wie ein Babybay (hier verlinke ich Dir nur ein Beispiel, damit Du siehst, was das ist), um Deine Liegefläche zu vergrößern und dass euer Baby nicht zwischen euch Eltern liegt. Achte auch darauf, dass Du keine Gegenstände um Dein Baby herum legst, welche es sich versehentlich über das Gesicht ziehen kann. Die Bewegungen sind noch unkoordiniert und in dem Alter weiß Dein Kind noch nicht, wie es sich alleine helfen kann.

6–12 Monate (Krabbelalter)

In diesem Alter wird Dein Kind mobil. Es robbt, dreht sich, krabbelt vielleicht schon – und entdeckt seine Umwelt mit Händen und Mund. Damit steigt automatisch auch das Risiko für Keime, Katzenstreu im Mund oder ungewolltes Ziehen am Fell.

  • Regel: Das gemeinsame Schlafen mit Deiner Katze sollte noch keine Routine sein. Ein Kontakt und auch gelegentliches gemeinsames Schlafen ist aber durchaus möglich – unter Deiner Aufsicht und mit klaren Hygieneregeln.
  • Maßnahmen: Stelle die Katzentoiletten kindersicher auf, grenze auch für Deine Katze die Spielzonen von Deinem Baby ab und gewöhnt euch eine gute Händehygiene an.

1–3 Jahre (Kleinkind)

In diesen Jahren durchläuft Dein Kind verschiedene Entwicklungsschritte in einem rasanten Tempo, wie es im weiteren Leben kaum mehr vergleichbar ist. Und mit jedem neuen Tag wird seine Welt größer. Es greift, drückt, umarmt, läuft überall hin und will alles untersuchen und ausprobieren. Dein Kleinkind handelt spontan und will mehr tun, als es bereits vermag- was oft genug zu Frustration führt, wenn etwas nicht das gewünschte Ergebnis bringt. Das kann für Deine Katze schnell zu viel werden.

  • Regel: Deine Katze darf gerne mit im Zimmer Deines Kindes sein. Das gemeinsame Schlafen sollte jedoch noch immer unter Aufsicht stattfinden. Führt klare Regeln ein, die eure individuellen Schlafbedürfnisse schützen. Und gib Deiner Katze die Möglichkeit, Ruhe zu finden und sich zu erholen.
  • Maßnahmen: Stell Deiner Katze unterschiedliche Schlaf- und Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung, die für Dein Kind nicht erreichbar sind. Übe mit Deinem Kind einfache, klare Regeln: „Wir streicheln sanft.“ „Wir lassen die Katze schlafen.“ „Wir gehen nicht hinterher.“ Erkläre ihm in verständlichen Worten, was Deine Katze braucht. Kinder können Empathie lernen, wenn wir sie anleiten und ihnen durch unser Verhalten ein entsprechendes Vorbild geben. Außerdem überlege Dir für Dich selbst einen kleinen Notfallplan: Was tust Du bei einem Kratzer oder Biss? Wo ist (katzengerechte) Desinfektion? Wer wird informiert? Usw. Du wirst entspannter Handeln können, wenn Du vorbereitet bist.

3–7 Jahre (Kindergartenalter bis Vorschulkind)

In diesem Alter entwickelt Dein Kind mehr Selbststeuerung. Es kann mehr und mehr Regeln verstehen, erinnern und zunehmend einhalten. Aber: Jedes Kind ist unterschiedlich, genauso wie jede Katze auch.

  • Regel: Ob gemeinsames Schlafen vertretbar ist, hängt jetzt stark von eurer individuellen Situation ab. Ist Deine Katze sozial stabil und stressresistent? Kann Dein Kind Grenzen respektieren? Gibt es Allergien in der Familie? Triff diese Entscheidung bewusst.
  • Maßnahmen: Etabliere gemeinsame Rituale zwischen Katze & Kind, z. B. abendliches ruhiges Streicheln oder gemeinsames Füttern unter Deiner Anleitung. Vermittle altersgerecht, wie man Körpersprache der Katze erkennt – Ohren, Schwanz, Abstand. Halte regelmäßige Tierarztkontrollen ein. Eine gesunde und schmerzfreie Katze reagiert geduldiger und vorhersehbarer. Und bleib trotzdem weiterhin aufmerksam: Verhalten verändert sich – bei Kindern wie bei Katzen.

Kulturelle Perspektive & die La Leche League-Position

Vielleicht fragst Du Dich an dieser Stelle, warum ich die La Leche League (LLL) noch einmal erwähne, obwohl wir die medizinischen Empfehlungen bereits besprochen haben. Der Grund ist einfach: Viele Familien mit Katzen bewegen sich zwischen zwei Welten.

Auf der einen Seite stehen klare, als Standard angesehene Leitlinien zur Schlafsicherheit von Babys. Auf der anderen Seite erleben viele Eltern ihren Alltag als körperlich nah, bindungsorientiert und intuitiv und wollen diese Nähe auch nachts fortführen – oder können sie erst nachts erleben, da ihr Tag es anders nicht zulässt. Die La Leche League nimmt diese Realität ernst und geht davon aus, dass Eltern grundsätzlich fähig sind, verantwortliche Entscheidungen zu treffen, wenn sie gut informiert sind.

Für Familien mit Katzen ist dieser Blickwinkel wichtig. Denn hier geht es nicht um ein abstraktes „richtig oder falsch“, sondern um das bewusste Abwägen mehrerer Faktoren: Schlafsicherheit, Nähe, Erschöpfung, Alltagstauglichkeit. Hinzu kommt, dass auch die Bedürfnisse und das Verhalten eines Tieres berücksichtigt werden müssen.

Die La Leche League liefert keine Erlaubnis im Sinne von „alles ist unproblematisch“. Sie beschreibt Bedingungen, unter denen Nähe sicherer gestaltet werden kann. Diese Denkweise übernehmen wir hier: Wissen statt Pauschalverbot, Verantwortung statt Schuldgefühl.

Gleichzeitig ist mir wichtig, das klar zu sagen: Eine Katze im Bett verändert die Situation. Tiere reagieren auf Geräusche, Bewegungen und Gerüche, sie schlafen anders als Menschen und handeln nicht vorausschauend. Deshalb betrachte ich Co-Sleeping mit einer Katze einerseits getrennt von der Frage, ob Eltern und Kind ein Bett teilen und anderseits im Gesamtbild, wenn Eltern mit ihrem Kind ein Familienbett teilen.

Für viele Familien ist deshalb ein Mittelweg stimmig: räumliche Nähe durch Room-Sharing oder Bedsharing mit Beistellbett, klare Schlafplätze für alle Beteiligten und eine bewusste Gestaltung der Nacht, die sowohl Sicherheit als auch Beziehung berücksichtigt.

Konkrete Alltagstipps — Checklisten, Notfall-Protokoll, positive Routinen

Theorie gibt Sicherheit und Routinen geben Ruhe. Damit eure Nächte nicht zum Dauerstress werden, hilft eine klare Struktur.

Vor dem Schlafengehen

Bevor Ihr ins Bett geht, darf auch Deine Katze „landen“.

  • 30–60 Minuten vor dem Schlafen spielen
    Kombiniere Bewegung (z. B. Jagdspiel) mit mentaler Auslastung. Eine müde Katze sucht nachts weniger Aktivität.
  • Letzte Mahlzeit bewusst timen
    Nicht direkt vor dem Einschlafen füttern. Verdauung kann aktivierend wirken. Aber: auch nachts braucht Deine Katze kleine Häppchen. Ein Futterautomat kann hier helfen.
  • Alternativ-Schlafplatz attraktiv gestalten
    Ein erhöhter Platz, eine warme Decke mit vertrautem Geruch oder ein Lieblingskissen helfen Deiner Katze, sich dort sicher und geborgen zu fühlen.

Nachtregeln

Klare Rahmenbedingungen vermitteln Sicherheit und Entspannung, wodurch man Nähe zulassen kann.

  • Das Babybett bleibt im ersten Jahr für Deine Katze tabu.
  • Die Tür wird geschlossen, wenn es notwendig sein sollte.
  • Wenn Du Bedsharing bewusst wählst, gelten ausschließlich streng eingehaltene Sicherheitskriterien.
  • Keine spontanen „Heute ist es egal“-Ausnahmen. Nächte sind keine Experimentierräume.

Konsequenz schafft Vorhersehbarkeit – für Deine Katze und für Dein Kind.

Hygiene-Routine

Hygiene ist kein Misstrauen gegenüber Deiner Katze, sondern bedeutet Verantwortungsbewusstsein und Fürsorge für alle.

  • Hände waschen nach dem Kontakt mit Katzenstreu.
  • Katzentoilette mehrmals täglich reinigen und außerhalb der Reichweite Deines Kindes platzieren.
  • Regelmäßige Floh- und Wurmprophylaxe nach tierärztlicher Empfehlung.
  • Bettwäsche regelmäßig wechseln und heiß waschen.

Konstante Hygiene reduziert Risiken deutlich ohne Beziehungen einzuschränken.

Notfall-Plan

Ruhe entsteht durch Vorbereitung.

  • Kratzer
    Wunde sofort unter fließendem Wasser reinigen, desinfizieren. Bei tieferen, stark blutenden oder entzündeten Verletzungen ärztlich abklären lassen.
  • Biss
    Wunde sofort unter fließendem Wasser reinigen und ärztlich abklären lassen.
  • Baby reagiert nicht oder atmet nicht
    Entferne sofort Deine Katze aus der unmittelbaren Nähe Deines Babys. Priorität hat sofortige Erste Hilfe. Wähle den Notruf und beginne mit Wiederbelebungsmaßnahmen.

Solche Situationen sind selten. Aber Klarheit im Kopf spart im Ernstfall wertvolle Sekunden.

Wann solltest Du Expert*innen hinzuziehen?

Manchmal reicht eigenes Beobachten und Ausprobieren nicht. Dann ist es sinnvoll, Fachleute zu Rate zu ziehen und zwar rechtzeitig, bevor sich Muster verfestigen oder ein Konflikt eskaliert.

Wenn aggressive Vorfälle vorkommen

Was passiert: Deine Katze beißt, vielleicht sogar gezielt, springt auf Dein Kind, zeigt anhaltende, unprovozierte Attacken.
Wer hilft: Eine qualifizierte Katzenverhaltensberater*in oder -therapeut*in kann das Verhalten fachlich einordnen und gezielt begleiten. Eine Verhaltensberatung, idealerweise auf Familien geschult, versteht die Perspektiven aller Beteiligten und zeigt Wege, Konflikte zu lösen.
Was sie tut: Sie führt eine systematische Verhaltensanalyse durch zur Ermittlung der Ursache und unerfüllter Bedürfnisse. Sie nimmt die Vorgeschichte und Haltungsbedingungen im Rahmen einer Anamnese auf, führt Beobachtungssitzungen durch udn entwickelt auf Grundlage der Ergebnisse konkrete Trainings- und Managementpläne (ohne Bestrafung), Rückzugs- und Sicherheitskonzepte.
Warum früh handeln: Wiederholte Aggression erhöht das Verletzungsrisiko und verfestigt Angst bei allen Beteiligten.

Wenn Deine Katze den Schlaf häufig unterbricht

Was passiert: Deine Katze sucht das Kinderbett immer häufiger auf, wirkt dabei angespannt, weckt Dein Kind auf oder unterbricht seinen Schlaf.
Wer hilft: Katzenverhaltensberater*in; ggf. ergänzend medizinische Abklärung beim Tierarzt, wenn Verhaltensänderung plötzlich auftritt.
Was sie tut: Sie führt eine systematische Verhaltensanalyse durch zur Ermittlung der Ursache und unerfüllter Bedürfnisse. Sie nimmt die Vorgeschichte und Haltungsbedingungen im Rahmen einer Anamnese auf, führt Beobachtungssitzungen durch udn entwickelt auf Grundlage der Ergebnisse konkrete Trainings- und Managementpläne (ohne Bestrafung), Rückzugs- und Sicherheitskonzepte.

Wenn Deine Katze auf das Kinderbett pieselt

Was passiert: Deine Katze uriniert außerhalb ihrer Katzentoilette, vermeidet das Katzenklo und nutzt das Kinderbett als Toilette.
Wer hilft: Kombination aus Tierärzt*in (medizinisch) und Verhaltensberater*in (Umwelt, Stressoren, Katzentoiletten-Setup).
Was geprüft wird: Gesundheit (Infektion, Schmerz), Klo-Standort, Katzenstreu, Anzahl der Toiletten, Stressoren im Umfeld.

Hygienische oder gesundheitliche Hinweise

Was passiert: Vielleicht hast oder entwickelst Du, Dein Kind oder Deine Katze sichtbare hygienische/ gesundheitliche Probleme, die durch engen Schlafkontakt relevant werden (z. B. starkes Kratzen/ Hautveränderungen, wiederkehrende Hautirritationen, Tränenfluss o.ä.).
Wer hilft: Im Falle Deiner Katze ist Deine Tierärzt*in Deine Ansprechpartner*in, im Falle Deines Kindes und/ oder bei Dir sind es Deine Kinderärzt*in bzw. Hausärzt*in.
Was wird geprüft: Hautbefunde, Parasitenbefall, mögliche Kontamination des Schlafplatzes und sinnvolle Hygienemaßnahmen im unmittelbaren Bettbereich.

Unsicherheit oder Fragen der Eltern

Was passiert: Du bist unsicher, ob das nächtliche Zusammenliegen von Deiner Katze und Deinem Kind langfristig sicher und förderlich ist oder Du willst eine fachlich fundierte Anpassung der Haltungs- und Schlafbedingungen.
Wer hilft: Hierfür eignet sich eine Haltungsberatung bei einer auf Familien geschulte Katzenverhaltensberater*in.
Was wird geprüft/angeboten: Strukturierte Haltungsanalyse, Identifikation konkreter Stressoren rund ums Bett, praktikable Alternativen und Anpassungen (z. B. attraktive Ausweichplätze, nächtliche Tür-Policies), ohne die Beziehung zu belasten.

Bei Verdacht auf Zoonosen, Parasiten oder sichtbaren Infektionen

Was passiert: Du, Deine Katze und/ oder Dein Kind siehst unklare Hautveränderungen, leidet unter anhaltenden Magen-Darm-Problemen, Flohplagen, Befall mit Ektoparasiten oder Würmern.
Wer hilft: Erste Ansprechpartner*in ist Deine Tierärzt*in. Bei konkretem Gesundheitsrisiko für Dein Kind suche zusätzlich Deine Kinderärzt*in auf und bitte um eine Infektions-/ Hygieneberatung.
Was zu tun ist: Kotuntersuchung, Entwurmung, Flohbehandlung, Hygienemaßnahmen im Haushalt.

Notfall-Situationen

Tiefe Bisswunden, stark blutende Verletzungen, akute schwere Atemnot beim Kind: Sofort medizinische Notfallversorgung (Notruf / Notaufnahme).
In einem solchen Fall: Ruhig bleiben, Erste-Hilfe leisten, die Katze sichern, aber die medizinische Versorgung hat absolute Priorität.

FAQs

Einige der häufigsten Fragen zum Thema, ob und wenn ja wie Deine Katze bei Deinem Kind schlafen darf:

Darf die Katze im Kinderbett schlafen?

Für Säuglinge unter 1 Jahr gilt klar: nein, die Katze gehört nicht ins Babybett. Das gilt auch für häufige, unbeaufsichtigte Nähe nachts wegen Überhitzung, Überdeckung und weil Säuglinge sich nicht selbst befreien können.
Bei älteren Kindern entscheidet die Einzelfallprüfung: Wie sozial stabil ist Deine Katze? Kann Dein Kind Grenzen einhalten? Gibt es Allergien? Wenn Du es erlauben willst: schaffe klare Regeln (kein Spielen im Bett, Hände-Hygiene), sichere Rückzugsorte für Deine Katze und beaufsichtige die ersten Wochen sehr genau. Tür-Regeln (nachts Tür schließen) sind eine einfache, wirksame Maßnahme.

Ist Toxoplasmose ein reales Risiko bei Katzen-Kontakt?

Ja, Toxoplasmose ist real, aber im häuslichen Alltag meist gut kontrollierbar. Der übliche Übertragungsweg sind Oozysten aus Katzenkot, die über Erde oder verschmutzte Hände aufgenommen werden. Für Kleinkinder und Erwachsene mit normalem Immunsystem ist eine Infektion meist unproblematisch. Für Schwangere und Immunsupprimierte dagegen ist eine Infektion relevant.
Praktische Schutzmaßnahmen: Katzentoilette mehrmals täglich reinigen und/ oder die Reinigung an jemand anderen abgeben. Bei der Gartenarbeit Handschuhe verwenden, Hände und Gemüse gut waschen. Ein gesunder Wohnungskatzen-Haushalt mit regelmäßiger Tierarzt-Routine reduziert das Risiko deutlich.

Hilft Haustierkontakt gegen Allergien?

Die Studienlage ist gemischt. Es gibt Hinweise, dass früher Kontakt (pränatal bis Kleinkindalter) in manchen Settings protektiv wirken kann. Es ist aber nicht verlässlich genug, um Pauschalaussagen zu treffen.
Praktischer Rat: Wenn in Deiner Familie schwere Allergien oder Asthma bekannt sind, kläre das proaktiv mit Deiner Kinderärzt*in/allergolog*in. Ohne starke familiäre Vorbelastung sind Hygienemaßnahmen (HEPA-Staubsaugen, Bettwäsche häufiger, Katze nicht im Kinderbett) oft ausreichend. Eine vorschnelle Abgabe Deiner Katze ist in vielen Fällen nicht notwendig und sollte erst nach medizinischer Abklärung erwogen werden.

Kann meine Katze mein Baby erdrücken?

Statistisch extrem selten, aber das Risiko, dass Deine Katze sich an das Gesicht legt oder dass das Gesicht Deines Babys mit Decken/ Bezugsmaterial bedeckt wird, existiert. Deshalb lautet die fachlich kohärente Empfehlung: Babys unter 1 Jahr nicht im gleichen Bett mit Tieren schlafen lassen. Bei älteren Kindern ist das Risiko deutlich geringer, aber weiterhin von der konkreten Situation abhängig.

Was mache ich, wenn die Katze das Kind nachts aufweckt oder stört?

Beobachte erst: Tritt das regelmäßig auf? Ist Deine Katze dabei angespannt oder spielerisch?
Kurzmaßnahmen: Tür nachts schließen; attraktiven Ausweichplatz anbieten (erhöht, mit vertrautem Duft); abendliches Spiel 30–60 Min. vor Schlafengehen; letzte Mahlzeit zeitlich anpassen. Wenn es weiter stört: Verhaltensexpert*in hinzuziehen.

Wie bringe ich meiner Katze bei, nicht ins Kinderbett zu gehen?

Nachhaltiges Lernen erfolgt Schrittweise, ohne Zwang und muss sich aus der Sicht Deiner Katze immer lohnen bzw. muss ihr bisheriges Verhalten sich für sie nicht mehr lohnen.

  1. Mach das Bett unattraktiv (kein Duft oder Zitrusdüfte verwenden, keine Wärmequelle, keine Leckerchen)
  2. Biete attraktive Alternativen an (erhöhter Platz, warme Decke)
  3. Positive Verstärkung: belohne Deine Katze, wenn sie die Alternative nutzt
  4. Konsequente Tür-Policy über Wochen
  5. Keine Bestrafung — das verschlechtert Beziehung und erhöht Stress
    Bei hartnäckigen Fällen hilft eine gezielte Verhaltensberatung mit Analyse des Motivs (Komfort, Angst, Dominanz oder Ersatzverhalten)

Schlusswort & Handlungsempfehlung

Abschließend lässt sich festhalten: Für Säuglinge unter einem Jahr sollte das Babybett immer tierfrei bleiben. Stelle sicher, dass die Katzentoiletten außerhalb der Reichweite Deines Kindes sind und dass Deine Katze mehrere attraktive Schlaf- und Rückzugsplätze hat, idealerweise auf unterschiedlichen Ebenen und mit vertrautem Geruch. Wenn Du naturnahe oder co-sleeping-orientierte Ansätze bevorzugst, kannst Du die Safe Sleep Seven der La Leche League (LLL) mit den offiziellen Empfehlungen zur sicheren Schlafumgebung kombinieren, um Risiken zu minimieren und gleichzeitig Nähe möglich zu machen.

Eine gut vorbereitete und strukturierte Nachtgestaltung inklusive klarer Regeln, attraktiver Alternativplätze für Deine Katze, Hygiene-Routinen und Notfallplänen sorgt dafür, dass sowohl Deine Katze als auch Dein Kind sicher und entspannt schlafen können. Mit diesem Wissen kannst Du die Balance zwischen Nähe, Sicherheit und Beziehung bewusst gestalten und die Bedürfnisse aller Familienmitglieder berücksichtigen.

Ich hoffe, ich konnte Dir alle Fragen beantworten. Nun bleibt mir nur noch übrig, euch eine gute Nacht zu wünschen!

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Hi, ich bin Mara

Hi, ich bin Mara

Als Katzenverhaltensberaterin & Pädagogin begleite ich Dich dabei, Deine Katze auf Augenhöhe zu verstehen und eine Beziehung zu gestalten, die auf Respekt und Vertrauen beruht.

Mein Augenmerk liegt besonders auf Katzen in Familien mit Kindern – gerade dort, wo der Alltag oft hektisch und herausfordernd ist.

Ich helfe Dir, Missverständnisse aufzulösen und eine echte Verbindung zwischen euch zu gestalten – mit alltagstauglichen Schritten, die sich unkompliziert in Dein Familienleben integrieren lassen. Gemeinsam schaffen wir einen entspannten Alltag mit Nähe, Spiel und Geborgenheit.

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